Die Kanzlei U + C versteigert Forderungen i.H.v. 90.000.000 € aus Abmahnungen wegen Filesharing

08.12.2011587 Mal gelesen
Nach Mitteilungen von heise online vom 06.12.2011 versteigert die Kanzlei U + C Rechtsanwälte derzeit Forderungen aus Abmahnungen wegen der illegalen Nutzung von Peer-to-Peer-Netzwerken von ca. 90 Millionen Euro.

Der Gesamtbetrag soll sich nach dem Bericht von Heise aus 70.000 Abmahnungen mit Beträgen von 1.286,80 € ergeben, wobei die Kanzlei nur als Vermittler auftrete.

Anmerkung: Es wurde häufig diskutiert, ob die Zahlungsansprüche, welche mit einer Abmahnung einhergehen, gerichtlich geltend gemacht würden. Die Gefahr einer gerichtlichen Inanspruchnahme dürfte durch eine Versteigerung steigen, da der Erwerber dieser Forderungen eine starkes monetäres Interesse daran haben dürfte, zumindest die gezahlte Summe wieder auszugleichen.

Einzusehen ist die Seite zur Versteigerung unter http://auktion.urmann.com/.

Gerade bei einem Betrag dieser Größenordnung (1.286,80 €) stellt sich jedoch die Frage, ob eine solche Summe aufgrund einer Abmahnung im Einzelfall berechtigt ist. Dies vor dem Hintergrund, dass noch viele Punkte im Bereich von Urheberrechtsverletzungen umstritten sind. Augenmerk kann hierbei beispielsweise auf den angesetzten Streitwert gelegt werden. Weiterhin ist nach wie vor umstritten, ob die Abmahnkosten nicht auf 100,00 € begrenzt sein könnten sowie, welcher Schadenersatzbetrag anzusetzen ist.