§ 84 SGB X, Berichtigung, Löschung und Sperrung von Daten; Widerspruchsrecht

§ 84 SGB X
Zehntes Buch Sozialgesetzbuch - Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz - (SGB X)
Bundesrecht

Zweites Kapitel – Schutz der Sozialdaten → Vierter Abschnitt – Rechte des Betroffenen, Datenschutzbeauftragte und Schlussvorschriften

Titel: Zehntes Buch Sozialgesetzbuch - Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz - (SGB X)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: SGB X
Gliederungs-Nr.: 860-10-1
Normtyp: Gesetz

Überschrift geändert durch G vom 18. 5. 2001 (BGBl I S. 904).

(1) 1Sozialdaten sind zu berichtigen, wenn sie unrichtig sind. 2Wird die Richtigkeit von Sozialdaten von dem Betroffenen bestritten und lässt sich weder die Richtigkeit noch die Unrichtigkeit der Daten feststellen, bewirkt dies keine Sperrung, soweit es um die Erfüllung sozialer Aufgaben geht; die ungeklärte Sachlage ist in geeigneter Weise festzuhalten. 3Die bestrittenen Daten dürfen nur mit einem Hinweis hierauf genutzt und übermittelt werden.

Absatz 1 Satz 2 neugefasst durch G vom 18. 5. 2001 (BGBl I S. 904).

(1a) § 20 Abs. 5 des Bundesdatenschutzgesetzes gilt entsprechend.

Absatz 1a eingefügt durch G vom 18. 5. 2001 (BGBl I S. 904).

(2) 1Sozialdaten sind zu löschen, wenn ihre Speicherung unzulässig ist. 2Sie sind auch zu löschen, wenn ihre Kenntnis für die verantwortliche Stelle zur rechtmäßigen Erfüllung der in ihrer Zuständigkeit liegenden Aufgaben nicht mehr erforderlich ist und kein Grund zu der Annahme besteht, dass durch die Löschung schutzwürdige Interessen des Betroffenen beeinträchtigt werden.

Absatz 2 Satz 2 geändert durch G vom 18. 5. 2001 (BGBl I S. 904).

(3) An die Stelle einer Löschung tritt eine Sperrung, soweit

  1. 1.

    einer Löschung gesetzliche, satzungsmäßige oder vertragliche Aufbewahrungsfristen entgegenstehen,

  2. 2.

    Grund zu der Annahme besteht, dass durch eine Löschung schutzwürdige Interessen des Betroffenen beeinträchtigt würden, oder

  3. 3.

    eine Löschung wegen der besonderen Art der Speicherung nicht oder nicht mit angemessenem Aufwand möglich ist.

(4) Gesperrte Sozialdaten dürfen ohne Einwilligung des Betroffenen nur übermittelt oder genutzt werden, wenn

  1. 1.

    es zu wissenschaftlichen Zwecken, zur Behebung einer bestehenden Beweisnot oder aus sonstigen im überwiegenden Interesse der verantwortlichen Stelle oder eines Dritten liegenden Gründen unerlässlich ist und

  2. 2.

    die Sozialdaten hierfür übermittelt oder genutzt werden dürften, wenn sie nicht gesperrt wären.

Absatz 4 Nummer 1 geändert durch G vom 18. 5. 2001 (BGBl I S. 904).

(5) Von der Tatsache, dass Sozialdaten bestritten oder nicht mehr bestritten sind, von der Berichtigung unrichtiger Daten sowie der Löschung oder Sperrung wegen Unzulässigkeit der Speicherung sind die Stellen zu verständigen, denen im Rahmen einer Datenübermittlung diese Daten zur Speicherung weitergegeben worden sind, wenn dies keinen unverhältnismäßigen Aufwand erfordert und schutzwürdige Interessen des Betroffenen nicht entgegenstehen.

Absatz 5 neugefasst durch G vom 18. 5. 2001 (BGBl I S. 904).

(6) § 71 Abs. 1 Satz 3 bleibt unberührt.

Zu § 84: Vgl. RdSchr. 07 s Zu § 84 SGB X.

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