§ 49 JAPO, Pflichtwahlpraktikum

§ 49 JAPO
Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Juristen (JAPO)
Landesrecht Bayern

Vierter Teil – Vorbereitungsdienst

Titel: Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Juristen (JAPO)
Normgeber: Bayern
Amtliche Abkürzung: JAPO
Gliederungs-Nr.: 2038-3-3-11-J
Normtyp: Rechtsverordnung

(1) Im Pflichtwahlpraktikum werden den Rechtsreferendaren sieben Berufsfelder zur Wahl angeboten:

  1. 1.

    Justiz,

  2. 2.

    Verwaltung,

  3. 3.

    Anwaltschaft,

  4. 4.

    Wirtschaft,

  5. 5.

    Arbeits- und Sozialrecht,

  6. 6.

    Internationales Recht und Europarecht,

  7. 7.

    Steuerrecht.

(2) Für das Pflichtwahlpraktikum können geeignete Ausbildungsstellen durch gemeinsame Bekanntmachung der Staatsministerien der Justiz und des Innern, für Bau und Verkehr allgemein zugelassen werden. Weitere - auch ausländische - Stellen können allgemein oder für den Einzelfall zur Ableistung des Pflichtwahlpraktikums zugelassen werden, wenn

  1. 1.

    ein geeigneter Arbeitsplatz,

  2. 2.

    eine geeignete Person als Ausbilder,

  3. 3.

    ein geeigneter Ausbildungsplan

vorhanden sind und

  1. 4.

    eine sachgerechte Ausbildung gewährleistet ist.

Die Entscheidung trifft bei einer allgemeinen Zulassung der Präsident des Oberlandesgerichts München, für die Berufsfelder 2, 4, 5 und 7 im Einvernehmen mit der Regierung von Oberbayern. Über die Zulassung im Einzelfall entscheiden für die Berufsfelder 1, 3 und 6 der zuständige Präsident des Oberlandesgerichts und für die Berufsfelder 2, 4, 5 und 7 die zuständige Regierung. Mit der Zulassung ist zu bestimmen, welchem Berufsfeld die Stelle zuzuordnen ist.

(3) Eine Ausbildung an einer juristischen Fakultät - auch im Ausland - oder an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer kann auf die Ausbildung im Pflichtwahlpraktikum angerechnet werden. Die Anrechnung einer Ausbildung an einer juristischen Fakultät ist nur möglich, wenn die Rechtsreferendare zusammen mit der nach Abs. 4 Satz 1 vorgeschriebenen Erklärung einen Ausbildungsplan nach Maßgabe von § 48 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 Buchst. c vorlegen.

(4) Die Rechtsreferendare haben spätestens vier Monate vor Beginn des Pflichtwahlpraktikums gegenüber den Präsidenten der Oberlandesgerichte schriftlich zu erklären, in welchem Berufsfeld und bei welcher der für dieses Berufsfeld zugelassenen Stellen sie das Pflichtwahlpraktikum ableisten wollen. Die Erklärung kann nur bis zum Beginn des Pflichtwahlpraktikums und nur aus wichtigem Grund geändert werden. Wird keine Erklärung abgegeben, so bestimmen die Präsidenten der Oberlandesgerichte im Einvernehmen mit der jeweiligen Regierung die Stelle für das Pflichtwahlpraktikum und erforderlichenfalls auch das Berufsfeld. Gleiches gilt, wenn eine Ausbildungsstelle außerhalb des öffentlichen Dienstes gewählt wird, jedoch eine Freistellungserklärung nach Maßgabe des § 48 Abs. 6 nicht beigebracht wird.

Diese Artikel im Bereich Schule und Hochschule könnten Sie interessieren

Schwerbehinderung soziale Anpassungsschwierigkeiten

Schwerbehinderung soziale Anpassungsschwierigkeiten

LSG Berlin-Brandenburg Urt. v. 16.1.14, L 13 SB 131/12 mehr

Die Schulplatzklage in Bremen

Die Schulplatzklage in Bremen

Der Artikel stellt die Möglichkeit dar, sich in Bremen beim Übergang von der Grundschule in weiterführende Schule in die Wunschschule einzuklagen, wenn man bei der Vergabe der Schulplätze leer… mehr

Schulbezirkswechsel - lassen Sie sich rechtzeitig beraten...

Schulbezirkswechsel - lassen Sie sich rechtzeitig beraten...

Sollten Sie als betroffene Eltern einen Schulbezirkswechsel erwägen, sich aber über den Verfahrensablauf oder darüber unsicher sein, welche Gründe durch die Schulverwaltung als „wichtig“ anerkannt… mehr