§ 3 SNG, Allgemeine Verpflichtung zum Schutz der Natur

§ 3 SNG
Gesetz über den Schutz der Natur und die Pflege der Landschaft (Saarländisches Naturgesetz - SNG)
Landesrecht Saarland

Erster Abschnitt – Allgemeine Vorschriften

Titel: Gesetz über den Schutz der Natur und die Pflege der Landschaft (Saarländisches Naturgesetz - SNG)
Normgeber: Saarland
Amtliche Abkürzung: SNG
Gliederungs-Nr.: 791-14
Normtyp: Gesetz

(1) Jeder hat sich so zu verhalten, dass Natur und Landschaft vor Schäden bewahrt werden. Insbesondere

  1. 1.
    sind zulässige Eingriffe in Natur und Landschaft auf das nachweisbar notwendige Maß zu beschränken,
  2. 2.
    sind Natur und Landschaft nicht zu verunreinigen oder zu verunstalten,
  3. 3.
    ist die naturbezogene und naturverträgliche Erholung nicht zu beeinträchtigen.

(2) Das Land, die Gemeindeverbände, die Gemeinden und die sonstigen juristischen Personen des öffentlichen Rechts sowie privatrechtliche Unternehmen, an denen juristische Personen des öffentlichen Rechts mit mehr als 50 v. H. beteiligt sind, sind verpflichtet, in ihrem Eigentum oder Besitz befindlichen Grundstücke im Sinne der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege unter Berücksichtigung der jeweiligen Zweckbestimmung des Grundstückes zu bewirtschaften. Ökologisch besonders wertvolle Grundstücke, insbesondere Grundstücke im Sinne von § 25, sollen vorrangig Naturschutzzwecken dienen.

(3) Zur Erfüllung der in Absatz 1 genannten Verpflichtungen durch die Land- und Forstwirtschaft sind die Regeln ordnungsgemäßer Land- und Forstwirtschaft anzuwenden, insbesondere

  1. 1.
    ist der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln unter vorrangiger Berücksichtigung biologischer, biotechnischer pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen auf das notwendige Mindestmaß zu beschränken,
  2. 2.
    ist die Düngung nach Art, Menge, Zeitpunkt und Standort auf den Bedarf der Pflanzen unter Berücksichtigung der verfügbaren Nährstoffe im Boden auszurichten,
  3. 3.
    sind natürliche und naturnahe Biotope und Landschaftselemente vor Beeinträchtigung zu schützen,
  4. 4.
    sollen Bodenerosionen und Bodenverdichtung durch einen den natürlichen Standortbedingungen angepassten Pflanzenbau - einschließlich der dazu erforderlichen Bodenbearbeitung - vermieden werden.

(1) Red. Anm.:
Außer Kraft am 2. Juni 2006 durch Artikel 5 Abs. 2 Nr. 5 des Gesetzes vom 5. April 2006 (Amtsbl. S. 726). Zur weiteren Anwendung s. Artikel 1 § 53 Abs. 1 des Gesetzes vom 5. April 2006 (Amtsbl. S. 726).

Diese Artikel im Bereich Staat und Verwaltung könnten Sie interessieren

Schornsteinfeger filmen bringt nicht immer Glück

Schornsteinfeger filmen bringt nicht immer Glück

Stress um die Feuerstättenschau: Immer wieder verweigern Grundstücksbesitzer dem Bezirksschornsteinfeger den Zugang zum Gebäude. Das Verwaltungsgericht Berlin stellte fest, dass auch ein „nur wenn… mehr

Anders als im Verfahren der vorzeitigen Ruhestandsversetzung kennt das Dienstunfallrecht keinen Vorbehalt eines amts- oder polizeiärztlichen Gutachtens

Anders als im Verfahren der vorzeitigen Ruhestandsversetzung kennt das Dienstunfallrecht keinen Vorbehalt eines amts- oder polizeiärztlichen Gutachtens

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat in einem Verfahren um die Anerkennung von Unfallfolgen entschieden, dass anders als im Verfahren der vorzeitigen Ruhestandsversetzung das Dienstunfallrecht… mehr

Ein amtsärztliches Gutachten muss im Zurruhesetzungsverfahren bei dynamischen Krankheitsverlauf aktuell sein

Ein amtsärztliches Gutachten muss im Zurruhesetzungsverfahren bei dynamischen Krankheitsverlauf aktuell sein

Das Verwaltungsgericht Postdam hat in einem Zurruhesetzungsverfahren gegenüber einer Lehrerin entschieden, dass eine Zurruhesetzungsverfügung sich nicht mehr auf ein 12 bzw. 11 Monate altes Gutachten… mehr