§ 2 LVO LSA, Einrichtung und Gestaltung der Laufbahnen, Durchlaufen von Ämtern

§ 2 LVO LSA
Verordnung über die Laufbahnen der Beamten im Land Sachsen-Anhalt (Laufbahnverordnung - LVO LSA)
Landesrecht Sachsen-Anhalt

Teil 1 – Allgemeines

Titel: Verordnung über die Laufbahnen der Beamten im Land Sachsen-Anhalt (Laufbahnverordnung - LVO LSA)
Normgeber: Sachsen-Anhalt
Amtliche Abkürzung: LVO LSA
Gliederungs-Nr.: 2030.27
Normtyp: Rechtsverordnung

(1) Die Ämter gehören zu den Laufbahnen in den Laufbahngruppen des einfachen, des mittleren, des gehobenen und des höheren Dienstes.

(2) Eine Laufbahn umfasst alle Ämter derselben Fachrichtung, die die gleiche Vor- und Ausbildung oder eine diesen Voraussetzungen gleichwertige Befähigung erfordern (Laufbahnbefähigung). Zur Laufbahn gehören auch der Vorbereitungsdienst und die Probezeit.

(3) Die Zugehörigkeit einer Laufbahn zu einer Laufbahngruppe richtet sich nach dem im Besoldungsrecht bestimmten Eingangsamt. Beamte nach § 36 Abs. 1 des Beamtengesetzes Sachsen-Anhalt gehören der Laufbahn an, für die sie die Laufbahnbefähigung besitzen.

(4) Laufbahnen werden eingerichtet und gestaltet durch

  1. 1.
    Laufbahnverordnungen, Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen (§ 15 des Beamtengesetzes Sachsen-Anhalt),
  2. 2.
    Aufnahme in die Anlagen zu §§ 23a oder § 29 Satz 1 oder
  3. 3.
    Erlass des Fachministeriums im Einvernehmen mit dem Ministerium des Innern und dem Ministerium der Finanzen, in dem für bestimmte Bereiche die Verwendung von Beamten zugelassen wird, die nach Ausbildungs- und Prüfungsvorschriften anderer Dienstherren ausgebildet wurden. Der Erlass ist im Ministerialblatt für das Land Sachsen-Anhalt bekannt zu machen.

(5) Die nach Absatz 4 Satz 1 eingerichteten Laufbahnen gelten für Landesdienststellen, wenn nicht die spezielle Laufbahnverordnung, die jeweilige Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, die Anlagen zu § 29 oder ein Erlass gemäß Absatz 4 Satz 1 Nr. 3 den Geltungsbereich besonders festlegen. Soll sich die Einrichtung auch auf andere Dienstherren im Geltungsbereich des Beamtengesetzes Sachsen-Anhalt erstrecken, ist dies durch Bekanntmachung der obersten Aufsichtsbehörde im Ministerialblatt für das Land Sachsen-Anhalt festzulegen.

(6) Regelmäßig zu durchlaufen sind alle Ämter einer Laufbahn, die in der Besoldungsordnung A aufgeführt sind. Beim Laufbahnwechsel in eine entsprechende (§ 122 des Beamtenrechtsrahmengesetzes) oder eine gleichwertige Laufbahn sind Ämter, die den in der bisherigen Laufbahn durchlaufenden Ämtern entsprechen, nicht mehr zu durchlaufen. Im Anwendungsbereich des § 112b des Beamtengesetzes Sachsen-Anhalt braucht ein Amt der Besoldungsgruppe A 16 nicht durchlaufen zu werden.

(7) Beim Aufstieg in die nächsthöhere Laufbahn ist die Übertragung des Eingangsamtes auch ohne Durchlaufen der Ämter der bisherigen Laufbahn zulässig.

(8) Nach dem Besoldungsrecht erforderliche oder zulässige Zusätze zu den Grundamtsbezeichnungen werden vom Fachministerium im Einvernehmen mit dem Ministerium des Innern und dem Ministerium der Finanzen festgelegt.

(9) Fachministerium im Sinne dieser Verordnung ist die oberste Landesbehörde, der die in der jeweiligen Laufbahn überwiegend zu erledigende Fachaufgabe als Ressortzuständigkeit zugewiesen ist. Fachministerium für die Laufbahnen des allgemeinen und des besonderen Verwaltungsdienstes ist das Ministerium des Innern.

(1) Red. Anm.:
Außer Kraft am 1. Februar 2010 durch § 33 Absatz 2 der Verordnung vom 27. Januar 2010 (GVBl. LSA S. 12). Zur weiteren Anwendung s. § 32 der Verordnung vom 27. Januar 2010 (GVBl. LSA S. 12).

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