§ 2 LMedienG, Begriffsbestimmungen

§ 2 LMedienG
Landesmediengesetz (LMedienG)
Landesrecht Baden-Württemberg

Erster Abschnitt – Allgemeine Vorschriften

Titel: Landesmediengesetz (LMedienG)
Normgeber: Baden-Württemberg
Amtliche Abkürzung: LMedienG
Gliederungs-Nr.: 2271
Normtyp: Gesetz

Im Sinne dieses Gesetzes ist

  1. 1.

    Rundfunk:
    ein linearer Informations- und Kommunikationsdienst; er ist die für die Allgemeinheit und zum zeitgleichen Empfang bestimmte Veranstaltung und Verbreitung von Angeboten in Bewegtbild oder Ton entlang eines Sendeplans unter Benutzung elektromagnetischer Schwingungen; kein Rundfunk sind Angebote, die

    1. a)

      jedenfalls weniger als 500 potenziellen Nutzern zum zeitgleichen Empfang angeboten werden,

    2. b)

      zur unmittelbaren Wiedergabe aus Speichern von Empfangsgeräten bestimmt sind,

    3. c)

      ausschließlich persönlichen oder familiären Zwecken dienen,

    4. d)

      nicht journalistisch-redaktionell gestaltet sind oder

    5. e)

      aus Sendungen bestehen, die jeweils gegen Einzelentgelt freigeschaltet werden.

  2. 2.

    Telemedien:
    Telemedien sind alle elektronischen Informations- und Kommunikationsdienste, soweit sie nicht Telekommunikationsdienste nach § 3 Nr. 24 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) sind, die ganz in der Übertragung von Signalen über Telekommunikationsnetze bestehen, oder telekommunikationsgestützte Dienste nach § 3 Nr. 25 des TKG oder Rundfunk nach Nummer 1 sind.

  3. 3.

    Rundfunkprogramm:
    eine nach einem Sendeplan zeitlich geordnete Folge von Inhalten;

  4. 4.

    Sendung:
    ein inhaltlich zusammenhängender, geschlossener, zeitlich begrenzter Teil eines Rundfunkprogramms;

  5. 5.

    Vollprogramm:
    ein Rundfunkprogramm mit vielfältigen Inhalten, in welchem Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung einen wesentlichen Teil des Gesamtprogramms bilden;

  6. 6.

    Spartenprogramm:
    ein Rundfunkprogramm mit im Wesentlichen gleichartigen Inhalten;

  7. 7.

    Fensterprogramm:
    ein zeitlich und räumlich begrenztes Rundfunkprogramm im Rahmen eines Hauptprogramms;

  8. 8.

    Anlagenbetreiber:
    wer eine technische Einrichtung zur drahtlosen oder leitungsgebundenen Verbreitung von Rundfunk oder Telemedien betreibt;

  9. 9.

    Telemedienanbieter:
    wer eigene oder fremde Telemedien zur Nutzung bereithält oder den Zugang zur Nutzung vermittelt;

  10. 10.

    Veranstalter:
    wer ein Rundfunkprogramm unter eigener inhaltlicher Verantwortung anbietet;

  11. 11.

    Landesrundfunkanstalt:
    eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt oder Körperschaft, die nach Landesrecht mit der Veranstaltung und Verbreitung von Rundfunk für das Landesgebiet betraut ist.

  12. 12.

    Plattformanbieter:
    wer auf digitalen Übertragungskapazitäten oder digitalen Datenströmen Rundfunk und vergleichbare Telemedien (Telemedien, die an die Allgemeinheit gerichtet sind) auch von Dritten mit dem Ziel zusammenfasst, diese Angebote als Gesamtangebot zugänglich zu machen oder wer über die Auswahl für die Zusammenfassung entscheidet; Plattformanbieter ist nicht, wer Rundfunk oder vergleichbare Telemedien ausschließlich vermarktet.

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