§ 2 18. BImSchV, Immissionsrichtwerte

§ 2 18. BImSchV
Achtzehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (SportanlagenlärmschutzVO)
Bundesrecht
Titel: Achtzehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (SportanlagenlärmschutzVO)
Normgeber: Bund
Redaktionelle Abkürzung: 18. BImSchV
Gliederungs-Nr.: 2129-8-18
Normtyp: Rechtsverordnung

(1) Sportanlagen sind so zu errichten und zu betreiben, dass die in den Absätzen 2 bis 4 genannten Immissionsrichtwerte unter Einrechnung der Geräuschimmissionen anderer Sportanlagen nicht überschritten werden.

(2) Die Immissionsrichtwerte betragen für Immissionsorte außerhalb von Gebäuden

1.in Gewerbegebieten
   
 tags außerhalb der Ruhezeiten65 dB(A),
 tags innerhalb der Ruhezeiten60 dB(A),
 nachts50 dB(A),
   
2.in Kerngebieten, Dorfgebieten und Mischgebieten
   
 tags außerhalb der Ruhezeiten60 dB(A),
 tags innerhalb der Ruhezeiten55 dB(A),
 nachts45 dB(A),
   
3.in allgemeinen Wohngebieten und Kleinsiedlungsgebieten
   
 tags außerhalb der Ruhezeiten55 dB(A),
 tags innerhalb der Ruhezeiten50 dB(A),
 nachts40 dB(A),
   
4.in reinen Wohngebieten
   
 tags außerhalb der Ruhezeiten50 dB(A),
 tags innerhalb der Ruhezeiten45 dB(A),
 nachts35 dB(A),
   
5.in Kurgebieten, für Krankenhäuser und Pflegeanstalten
   
 tags außerhalb der Ruhezeiten45 dB(A),
 tags innerhalb der Ruhezeiten45 dB(A),
 nachts35 dB(A).

(3) Werden bei Geräuschübertragung innerhalb von Gebäuden in Aufenthaltsräumen von Wohnungen, die baulich aber nicht betrieblich mit der Sportanlage verbunden sind, von der Sportanlage verursachte Geräuschimmissionen mit einem Beurteilungspegel von mehr als 35 dB(A) tags oder 25 dB(A) nachts festgestellt, hat der Betreiber der Sportanlage Maßnahmen zu treffen, welche die Einhaltung der genannten Immissionsrichtwerte sicherstellen; dies gilt unabhängig von der Lage der Wohnung in einem der in Absatz 2 genannten Gebiete.

(4) Einzelne kurzzeitige Geräuschspitzen sollen die Immissionsrichtwerte nach Absatz 2 tags um nicht mehr als 30 dB(A) sowie nachts um nicht mehr als 20 dB(A) überschreiten; ferner sollen einzelne kurzzeitige Geräuschspitzen die Immissionsrichtwerte nach Absatz 3 um nicht mehr als 10 dB(A) überschreiten.

(5) 1Die Immissionsrichtwerte beziehen sich auf folgende Zeiten:

1.tagsan Werktagen6.00 bis 22.00 Uhr,
  an Sonn- und Feiertagen7.00 bis 22.00 Uhr,
    
2.nachtsan Werktagen0.00 bis 6.00 Uhr,
  und22.00 bis 24.00 Uhr,
  an Sonn- und Feiertagen0.00 bis 7.00 Uhr,
  und22.00 bis 24.00 Uhr,
    
3.Ruhezeitan Werktagen6.00 bis 8.00 Uhr,
  und20.00 bis 22.00 Uhr,
  an Sonn- und Feiertagen7.00 bis 9.00 Uhr,
   13.00 bis 15.00 Uhr 
  und20.00 bis 22.00 Uhr.

2Die Ruhezeit von 13.00 bis 15.00 Uhr an Sonn- und Feiertagen ist nur zu berücksichtigen, wenn die Nutzungsdauer der Sportanlage oder der Sportanlagen an Sonn- und Feiertagen in der Zeit von 9.00 bis 20.00 Uhr 4 Stunden oder mehr beträgt.

(6) 1Die Art der in Absatz 2 bezeichneten Gebiete und Anlagen ergibt sich aus den Festsetzungen in den Bebauungsplänen. 2Sonstige in Bebauungsplänen festgesetzte Flächen für Gebiete und Anlagen sowie Gebiete und Anlagen, für die keine Festsetzungen bestehen, sind nach Absatz 2 entsprechend der Schutzbedürftigkeit zu beurteilen. 3Weicht die tatsächliche bauliche Nutzung im Einwirkungsbereich der Anlage erheblich von der im Bebauungsplan festgesetzten baulichen Nutzung ab, ist von der tatsächlichen baulichen Nutzung unter Berücksichtigung der vorgesehenen baulichen Entwicklung des Gebietes auszugehen.

(7) Die von der Sportanlage oder den Sportanlagen verursachten Geräuschimmissionen sind nach dem Anhang zu dieser Verordnung zu ermitteln und zu beurteilen.

Diese Artikel im Bereich Staat und Verwaltung könnten Sie interessieren

Schornsteinfeger filmen bringt nicht immer Glück

Schornsteinfeger filmen bringt nicht immer Glück

Stress um die Feuerstättenschau: Immer wieder verweigern Grundstücksbesitzer dem Bezirksschornsteinfeger den Zugang zum Gebäude. Das Verwaltungsgericht Berlin stellte fest, dass auch ein „nur wenn… mehr

Anders als im Verfahren der vorzeitigen Ruhestandsversetzung kennt das Dienstunfallrecht keinen Vorbehalt eines amts- oder polizeiärztlichen Gutachtens

Anders als im Verfahren der vorzeitigen Ruhestandsversetzung kennt das Dienstunfallrecht keinen Vorbehalt eines amts- oder polizeiärztlichen Gutachtens

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat in einem Verfahren um die Anerkennung von Unfallfolgen entschieden, dass anders als im Verfahren der vorzeitigen Ruhestandsversetzung das Dienstunfallrecht… mehr

Ein amtsärztliches Gutachten muss im Zurruhesetzungsverfahren bei dynamischen Krankheitsverlauf aktuell sein

Ein amtsärztliches Gutachten muss im Zurruhesetzungsverfahren bei dynamischen Krankheitsverlauf aktuell sein

Das Verwaltungsgericht Postdam hat in einem Zurruhesetzungsverfahren gegenüber einer Lehrerin entschieden, dass eine Zurruhesetzungsverfügung sich nicht mehr auf ein 12 bzw. 11 Monate altes Gutachten… mehr