§ 27 ThürVVO, Ablauf des Vergabeverfahrens

§ 27 ThürVVO
Thüringer Verordnung über die Vergabe von Studienplätzen an den staatlichen Hochschulen (Thüringer Vergabeverordnung)
Landesrecht Thüringen

Erster Teil – Verfahrensbestimmungen über die Vergabeverfahren → Zweiter Abschnitt – Örtliches Auswahlverfahren

Titel: Thüringer Verordnung über die Vergabe von Studienplätzen an den staatlichen Hochschulen (Thüringer Vergabeverordnung)
Normgeber: Thüringen
Redaktionelle Abkürzung: ThürVVO,TH
Gliederungs-Nr.: 221-4-3
Normtyp: Rechtsverordnung

(1) Dem Vergabeverfahren wird die in der jeweils geltenden Satzung der Hochschule festgesetzte Zulassungszahl, erweitert um einen Überbuchungsfaktor, zugrunde gelegt. Der Überbuchungsfaktor wird von der Hochschule entsprechend der voraussichtlichen Quote nicht angenommener Zulassungsbescheide bestimmt. Ergibt sich bei Abschluss der Bewerbungsfrist, dass die Zahl der Bewerbungen die Zulassungszahl nicht erreicht, so ist ein Vergabeverfahren nicht durchzuführen.

(2) Das Vergabeverfahren kann in mehreren Verfahrensstufen durchgeführt werden. Zunächst wird in einer ersten Stufe über die Hauptanträge entschieden. Die dann noch verfügbaren Studienplätze werden in Nachrückverfahren an diejenigen Bewerber vergeben, die den Studiengang im Hauptantrag genannt haben und bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht zugelassen sind. Falls eine Auswahl erforderlich ist, erfolgt diese nach der Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung nach § 30. Sind danach noch Studienplätze verfügbar, wird berücksichtigt, wer den Studiengang im Hilfsantrag genannt hat. Der Hilfsantrag wird nur dann wirksam, wenn das Vergabeverfahren für den Hauptantrag abgeschlossen ist, der Bewerber hier keine Zulassung erhalten hat und in dem Studiengang des Hilfsantrags noch verfügbare Studienplätze vorhanden sind; Satz 3 gilt entsprechend.

(3) Übersteigt die Zahl der Bewerber die für einen Studiengang festgesetzte Zulassungszahl nach Absatz 1 und erfüllen die Bewerber die Voraussetzung für die Berücksichtigung auf den einzelnen nach § 28 Abs. 1 und 2 zu bildenden Ranglisten, werden die zuzulassenden Bewerber auf allen diesen Ranglisten geführt. Bei der Auswahl werden die Ranglisten in folgender Reihenfolge berücksichtigt:

  1. 1.

    Auswahl nach einem Dienst aufgrund eines früheren Zulassungsanspruchs,

  2. 2.

    Auswahl der Bewerber mit besonderer Hochschulzugangsberechtigung, Auswahl für ein Zweitstudium,

  3. 3.

    Auswahl nach der Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung,

  4. 4.

    Auswahl nach dem Ergebnis eines ergänzenden Hochschulauswahlverfahrens,

  5. 5.

    Auswahl nach Wartezeit,

  6. 6.

    Auswahl nach Härtegesichtspunkten.

(4) Die Hochschule gibt den Bewerbern die Entscheidung über ihre Anträge unverzüglich bekannt und lässt sie nach § 8 zu. Bewerber, denen kein Studienplatz zugewiesen werden kann, erhalten einen schriftlichen Ablehnungsbescheid.

(5) Die nach Ablauf der Frist nach § 8 Satz 1 noch verfügbaren Studienplätze werden in Nachrückverfahren an bis dahin nicht zugelassene Studienbewerber entsprechend ihrer Rangfolge im Rahmen der Quoten nach § 28 Abs. 1 und 2 sowie § 35 Abs. 4 vergeben.

(6) Das Vergabeverfahren ist abgeschlossen, wenn

  1. 1.

    die Bewerberlisten erschöpft sind,

  2. 2.

    alle verfügbaren Studienplätze durch Immatrikulationen besetzt sind oder

  3. 3.

    die Hochschule das Vergabeverfahren für abgeschlossen erklärt hat.

Das Vergabeverfahren soll abgeschlossen werden, wenn seine weitere Durchführung im Hinblick auf die Anzahl der noch verfügbaren Studienplätze oder den Beginn der Vorlesungszeiten nicht mehr sinnvoll erscheint.

(7) Sind nach Abschluss des Vergabeverfahrens in einem Studiengang noch Studienplätze verfügbar oder werden Studienplätze wieder verfügbar, werden diese durch das Los an deutsche und ausländische Studienbewerber vergeben, die bei der Hochschule die Beteiligung am Losverfahren beantragt haben. Die Hochschule bestimmt Form und Frist der Antragsstellung und gibt diese sowie das Ergebnis des Losverfahrens in geeigneter Weise bekannt. Absatz 4 Satz 1 gilt entsprechend; im Losverfahren nicht zugelassene Bewerber erhalten keinen Ablehnungsbescheid. Soweit die Hochschule die Stiftung mit der Durchführung eines Losverfahrens beauftragt, gilt § 35a Abs. 9 in Verbindung mit § 35a Abs. 12 Satz 2.

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