§ 19 BVO, Tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie

§ 19 BVO
Beihilfenverordnung Rheinland-Pfalz (BVO)
Landesrecht Rheinland-Pfalz

Teil 2 – Aufwendungen in Krankheitsfällen

Titel: Beihilfenverordnung Rheinland-Pfalz (BVO)
Normgeber: Rheinland-Pfalz
Amtliche Abkürzung: BVO
Gliederungs-Nr.: 2030-1-50
Normtyp: Rechtsverordnung

(1) Aufwendungen für Behandlungen der tiefenpsychologisch fundierten und der analytischen Psychotherapie nach den Nummern 860 bis 865 des Gebührenverzeichnisses für ärztliche Leistungen der Gebührenordnung für Ärzte sind je Krankheitsfall nur in folgendem Umfang beihilfefähig:

  1. 1.

    tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie:

    Behandlungsabschnitt Einzelbehandlung Gruppenbehandlung
    Stufe 150 Sitzungen40 Sitzungen
    Stufe 2weitere
    30 Sitzungen
    weitere
    20 Sitzungen
    Stufe 3höchstens weitere
    20 Sitzungen
    höchstens weitere
    20 Sitzungen
  2. 2.

    analytische Psychotherapie:

    Behandlungsabschnitt Einzelbehandlung Gruppenbehandlung
    Stufe 1 -
    erster Teil
    80 Sitzungen40 Sitzungen
    Stufe 1 -
    zweiter Teil
    weitere
    80 Sitzungen
    weitere
    40 Sitzungen
    Stufe 2nochmals weitere
    80 Sitzungen
    nochmals weitere
    40 Sitzungen
    Stufe 3höchstens weitere
    60 Sitzungen
    höchstens weitere
    30 Sitzungen
  3. 3.

    tiefenpsychologisch fundierte oder analytische Psychotherapie von Kindern:

    Behandlungsabschnitt Einzelbehandlung Gruppenbehandlung
    Stufe 170 Sitzungen40 Sitzungen
    Stufe 2weitere
    50 Sitzungen
    weitere
    20 Sitzungen
    Stufe 3nochmals weitere
    30 Sitzungen
    nochmals weitere
    30 Sitzungen
  4. 4.

    tiefenpsychologisch fundierte oder analytische Psychotherapie von Jugendlichen:

    Behandlungsabschnitt Einzelbehandlung Gruppenbehandlung
    Stufe 190 Sitzungen40 Sitzungen
    Stufe 2weitere
    50 Sitzungen
    weitere
    20 Sitzungen
    Stufe 3nochmals weitere
    40 Sitzungen
    nochmals weitere
    30 Sitzungen

Voraussetzung für die Beihilfefähigkeit der Aufwendungen der einzelnen Behandlungsabschnitte ist, dass jeweils vor Beginn der Behandlung eine erneute eingehende Begründung der Therapeutin oder des Therapeuten vorgelegt und die Behandlung durch die Festsetzungsstelle im Vorfeld anerkannt wird. Zeigt sich bei der Therapie, dass das Behandlungsziel bis zum Abschluss der Stufe 2 nicht erreicht wird, kann in medizinisch besonders begründeten Einzelfällen eine weitere begrenzte Behandlungsdauer anerkannt werden. Voraussetzung für die Anerkennung ist das Vorliegen einer Indikation nach § 17 Abs. 1, die nach ihrer besonderen Symptomatik und Struktur eine besondere tiefenpsychologisch fundierte oder analytische Bearbeitung erfordert und eine hinreichende Prognose über das Erreichen des Behandlungsziels erlaubt; die Anerkennung darf erst nach Abschluss der Stufe 2 erfolgen. In medizinisch besonders begründeten Ausnahmefällen kann die Beihilfefähigkeit von Aufwendungen für die durch Gutachten belegte notwendige Behandlung auch für eine über die in Satz 1 Nr. 3 und 4 zugelassene Höchstzahl von Sitzungen hinaus anerkannt werden. Hierüber entscheidet im unmittelbaren Landesdienst die Festsetzungsstelle im Einvernehmen mit dem für das finanzielle öffentliche Dienstrecht zuständigen Ministerium, im Übrigen die oberste Dienstbehörde.

(2) Der Beihilfefähigkeit steht nicht entgegen, wenn bei tiefenpsychologisch fundierter oder analytischer Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Bezugspersonen einbezogen werden.

(3) Im Rahmen psychoanalytisch begründeter Verfahren ist die simultane Kombination von Einzel- und Gruppentherapie grundsätzlich ausgeschlossen.

Zu § 19: Geändert durch V vom 6. 7. 2016 (GVBl. S. 290).

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