§ 18 StPVLVO, Auswahlverfahren der Hochschulen

§ 18 StPVLVO
Studienplatzvergabeverordnung Rheinland-Pfalz (StPVLVO)
Landesrecht Rheinland-Pfalz

Abschnitt 4 – Quoten und Auswahlkriterien der Vergabeverfahren

Titel: Studienplatzvergabeverordnung Rheinland-Pfalz (StPVLVO)
Normgeber: Rheinland-Pfalz
Amtliche Abkürzung: StPVLVO
Gliederungs-Nr.: 223-44
Normtyp: Rechtsverordnung

(1) Die jeweilige Hochschule vergibt die Studienplätze gemäß § 6 Abs. 4 nach folgenden durch Satzung festzulegenden Kriterien:

  1. 1.

    nach der Durchschnittsnote des Abiturs oder der Fachhochschulreife (§ 11),

  2. 2.

    nach gewichteten Einzelnoten nach Nummer 1, die über die fachspezifische Eignung Auskunft geben,

  3. 3.

    nach dem Ergebnis eines fachspezifischen Studierfähigkeitstests,

  4. 4.

    nach der Art einer Berufsausbildung oder Berufstätigkeit,

  5. 5.

    nach herausragenden außerschulischen Leistungen, die über die Qualifikation Aufschluss geben,

  6. 6.

    nach dem Ergebnis eines von der Hochschule durchzuführenden Gesprächs mit jeder Bewerberin und jedem Bewerber, das Aufschluss über die Motivation der Bewerberin oder des Bewerbers und über die Identifikation mit dem gewählten Studium und dem angestrebten Beruf geben sowie zur Vermeidung von Fehlvorstellungen über die Anforderungen des Studiums dienen soll,

  7. 7.

    aufgrund einer Verbindung von Kriterien nach den Nummern 1 bis 6.

(2) Bei der Auswahlentscheidung muss dem Grad der Qualifikation in jedem Einzelfall ein maßgeblicher Einfluss gegeben werden. Maßstab für die Qualifikationsbeurteilung sind die Kriterien nach Absatz 1 Nr. 1 bis 5 oder eine Verbindung dieser Kriterien. Das Kriterium nach Absatz 1 Nr. 1 ist stets und im Verhältnis zu anderen Kriterien mit mindestens einem Drittel in der Qualifikationsbeurteilung zu berücksichtigen. Sofern eine Eignungsprüfung nach § 66 HochSchG durchgeführt wird, können abweichend von den Sätzen 2 und 3 ergänzend oder ausschließlich die Ergebnisse dieser Prüfung der Auswahlentscheidung zugrunde gelegt werden. In Fällen des § 4 Abs. 2 genügt die Auswahl aufgrund des schulischen Teils der Hochschulzugangsberechtigung. Für die Auswahl beruflich qualifizierter Bewerberinnen und Bewerber ist § 25 Abs. 2 Satz 2 zu berücksichtigen. In Fällen, in denen Studiengänge gemeinsam mit ausländischen Hochschulen betrieben werden, können abweichend von Absatz 1 und den vorstehenden Sätzen von den Partnerhochschulen angewandte Auswahlkriterien übernommen und durch Satzung festgelegt werden.

(3) Im Auswahlverfahren für den Studiengang Medizin sind die Kriterien nach Absatz 1 Nr. 1, 3 und 4 miteinander zu verbinden. Personen, die in einem in Anlage 4 aufgeführten Gesundheitsfachberuf eine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, ist ein Bonus von 0,4 Notenwerten zu gewähren. Die Hochschule kann durch Satzung weitere Gesundheitsfachberufe in die Bonusregelung einbeziehen.

(4) Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Auswahlverfahren kann begrenzt werden. Im zentralen Vergabeverfahren (§ 7) kann die Hochschule die Teilnahme auf diejenigen Bewerberinnen und Bewerber beschränken, die den Studienort an dritter oder höherer Stelle im Zulassungsantrag genannt haben. Im Vergabeverfahren der Hochschule (§ 8) sowie im Serviceverfahren der Stiftung (§ 9) kann die Hochschule die Teilnahme anhand von Ranglisten begrenzen, die nach den in Absatz 2 festgelegten Maßstäben zu bilden sind.

(5) Am Auswahlverfahren der Hochschulen wird nicht beteiligt, wer unter die Quoten nach § 6 Abs. 1 bis 3 fällt.

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