§ 15 SächsRiG, Zuständigkeit der Richterräte und des Landesrichterrats

§ 15 SächsRiG
Richtergesetz des Freistaates Sachsen (SächsRiG)
Landesrecht Sachsen

Zweiter Abschnitt – Richtervertretung → Zweiter Teil – Richterräte und Landesrichterrat

Titel: Richtergesetz des Freistaates Sachsen (SächsRiG)
Normgeber: Sachsen
Amtliche Abkürzung: SächsRiG
Gliederungs-Nr.: 301-1
Normtyp: Gesetz

(1) Der Richterrat wird an den allgemeinen und sozialen Angelegenheiten der Richter sowie gemeinsam mit dem Personalrat an den allgemeinen und sozialen Angelegenheiten, die sowohl Richter als auch andere Beschäftigte des Gerichts betreffen (gemeinsame Angelegenheiten), beteiligt. Die Beteiligung beschränkt sich auf Angelegenheiten, für die der Gerichtsvorstand des Gerichts zuständig ist, für das der Richterrat gebildet worden ist.

(2) Der Landesrichterrat wirkt in folgenden Angelegenheiten mit

  1. 1.

    Grundsätze der Personalbedarfsberechnung für den richterlichen Dienst,

  2. 2.

    Erstellung oder Änderung von Personalentwicklungskonzepten für Richter

(3) Der Landesrichterrat hat in folgenden Angelegenheiten mitzubestimmen:

  1. 1.

    Maßnahmen zur Verhütung von Dienstunfällen und sonstigen Gesundheitsschädigungen,

  2. 2.

    Regelung der Ordnung im Gericht,

  3. 3.

    Inhalt von Personalfragebögen,

  4. 4.

    Beurteilungsrichtlinien,

  5. 5.

    grundsätzliche Fragen der Fortbildung der Richter,

  6. 6.

    Einführung grundlegend neuer Arbeitsmethoden,

  7. 7.

    Gestaltung der Arbeitsplätze,

  8. 8.

    Einrichtung, Verwaltung und Auflösung von Sozialeinrichtungen ohne Rücksicht auf ihre Rechtsform,

  9. 9.

    Richtlinien über die Abordnung von Richtern,

  10. 10.

    Erhebung der Disziplinarklage, sofern der Richter die Beteiligung beantragt,

  11. 11.

    Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die objektiv dazu geeignet sind, das Verhalten oder die Leistung der Richter zu überwachen,

  12. 12.

    Grundsätze über das Verfahren bei Stellenausschreibungen,

  13. 13.

    Grundsätze für ein dienststelleninternes Gesundheitsmanagement in den Gerichten.

(4) Die Beteiligung nach den Absätzen 2 und 3 erstreckt sich auf Angelegenheiten, für die das Staatsministerium der Justiz, der Präsident des Oberlandesgerichts Dresden, des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts, des Sächsischen Landesarbeitsgerichts sowie des Sächsischen Landessozialgerichts zuständig sind, soweit kein Fall des Absatzes 1 gegeben ist.

(5) In Beteiligungsverfahren, für die gemäß Absatz 1 der Richterrat zuständig ist, wird der Landesrichterrat nicht als Stufenvertretung tätig. Mit dem Landesrichterrat können Dienstvereinbarungen über alle allgemeinen und sozialen Angelegenheiten der Richter abgeschlossen werden.

(6) Eine Beteiligung der Richterräte und des Landesrichterrats findet nicht statt, wenn nach § 22 eine Beteiligung des Präsidialrats vorgesehen ist.

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