§ 14 TierGesG, Rechtsverordnungen zur Regelung des innergemeinschaftlichen Verbringens, der Einfuhr, Ausfuhr, Durchfuhr

§ 14 TierGesG
Gesetz zur Vorbeugung vor und Bekämpfung von Tierseuchen (Tiergesundheitsgesetz - TierGesG)
Bundesrecht

Abschnitt 5 – Innergemeinschaftliches Verbringen, Einfuhr, Ausfuhr, Durchfuhr

Titel: Gesetz zur Vorbeugung vor und Bekämpfung von Tierseuchen (Tiergesundheitsgesetz - TierGesG)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TierGesG
Gliederungs-Nr.: 7831-14
Normtyp: Gesetz

(1) Das Bundesministerium wird ermächtigt, soweit es zur Erfüllung der Zwecke des § 1 Satz 1 erforderlich ist, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates das innergemeinschaftliche Verbringen, die Einfuhr, die Ausfuhr und die Durchfuhr lebender oder toter Tiere, von Teilen von Tieren oder von Erzeugnissen

  1. 1.

    zu verbieten oder

  2. 2.

    zu beschränken.

In einer Rechtsverordnung nach Satz 1 Nummer 2 können insbesondere

  1. 1.

    das innergemeinschaftliche Verbringen, die Einfuhr, die Ausfuhr und die Durchfuhr abhängig gemacht werden

    1. a)

      von einer Anmeldung, einer Genehmigung, vom Vorstellen bei der zuständigen Behörde oder von einer Untersuchung,

    2. b)

      von Anforderungen, unter denen

      1. aa)

        lebende Tiere gehalten, behandelt oder verbracht werden,

      2. bb)

        tote Tiere oder Teile von Tieren behandelt oder verbracht werden oder

      3. cc)

        Erzeugnisse gewonnen, behandelt oder verbracht werden,

    3. c)

      von der Einhaltung von Anforderungen an Transportmittel, mit denen die Tiere, deren Teile oder die Erzeugnisse befördert werden,

    4. d)

      von der Vorlage oder Begleitung bestimmter Bescheinigungen,

    5. e)

      von einer bestimmten Kennzeichnung,

    6. f)

      von einer Zulassung oder Registrierung der Betriebe, aus denen lebende oder tote Tiere, Teile von toten Tieren oder die Erzeugnisse stammen oder in die sie verbracht werden,

  2. 2.

    die Ausstellung der Bescheinigungen nach Nummer 1 Buchstabe d geregelt werden,

  3. 3.

    Vorschriften erlassen werden über

    1. a)

      die Voraussetzung und das Verfahren der Zulassung oder Registrierung der Betriebe nach Nummer 1 Buchstabe f oder

    2. b)

      die Rücknahme, den Widerruf oder das Ruhen der Zulassung oder Registrierung,

  4. 4.

    vorgeschrieben werden, dass Tiere, deren Teile oder Erzeugnisse

    1. a)

      einer Absonderung - bei lebenden Tieren auch in der Form der Quarantäne - und behördlichen Beobachtung unterliegen,

    2. b)

      nur zu bestimmten Zwecken verwendet werden dürfen oder

    3. c)

      in bestimmter Weise behandelt werden müssen,

  5. 5.

    das Verfahren im Übrigen, insbesondere der Untersuchung, Absonderung und Beobachtung, geregelt und die hierfür notwendigen Einrichtungen und ihr Betrieb vorgeschrieben werden,

  6. 6.

    Ausnahmen von § 13 Absatz 1 Satz 1 geregelt werden,

    1. a)

      soweit es zur Durchführung von Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft oder der Europäischen Union erforderlich ist, oder

    2. b)

      für das innergemeinschaftliche Verbringen, soweit es zur Entsorgung in benachbarten Mitgliedstaaten erforderlich ist und durch besondere Maßnahmen sichergestellt wird, dass Tierseuchen nicht verschleppt werden.

(2) Das Bundesministerium wird ferner ermächtigt, soweit es zur Erfüllung der Zwecke des § 1 Satz 1 erforderlich ist, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates

  1. 1.

    das innergemeinschaftliche Verbringen und die Einfuhr vermehrungsfähiger Tierseuchenerreger, immunologischer Tierarzneimittel oder Invitro-Diagnostika zu verbieten oder von der Erteilung einer Genehmigung abhängig zu machen,

  2. 2.

    die Voraussetzungen und das Verfahren der Genehmigung nach Nummer 1 zu regeln.

(3) Die Landesregierungen werden ermächtigt, soweit es zur Erfüllung der Zwecke des § 1 Satz 1 erforderlich ist, durch Rechtsverordnung zur Erleichterung des kleinen Grenzverkehrs einschließlich des Grenzweideverkehrs von den Vorschriften der nach Absatz 1 erlassenen Rechtsverordnungen abweichende Regelungen zu treffen, soweit dies durch die Rechtsverordnungen nach Absatz 1 nicht ausdrücklich ausgeschlossen und eine Einschleppung von Tierseuchen nicht zu befürchten ist. Die Landesregierungen können diese Ermächtigung durch Rechtsverordnung auf andere Behörden übertragen.

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