§ 13 HeimG, Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflicht

§ 13 HeimG
Heimgesetz
Bundesrecht
Titel: Heimgesetz
Normgeber: Bund
Redaktionelle Abkürzung: HeimG
Gliederungs-Nr.: 2170-5
Normtyp: Gesetz

(1) 1Der Träger hat nach den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Buch- und Aktenführung Aufzeichnungen über den Betrieb zu machen und die Qualitätssicherungsmaßnahmen und deren Ergebnisse so zu dokumentieren, dass sich aus ihnen der ordnungsgemäße Betrieb des Heims ergibt. 2Insbesondere muss ersichtlich werden:

  1. 1.
    die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Heims,
  2. 2.
    die Nutzungsart, die Lage, die Zahl und die Größe der Räume sowie die Belegung der Wohnräume,
  3. 3.
    der Name, der Vorname, das Geburtsdatum, die Anschrift und die Ausbildung der Beschäftigten, deren regelmäßige Arbeitszeit, die von ihnen in dem Heim ausgeübte Tätigkeit und die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses sowie die Dienstpläne,
  4. 4.
    der Name, der Vorname, das Geburtsdatum, das Geschlecht, der Betreuungsbedarf der Bewohnerinnen und Bewohner sowie bei pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohnern die Pflegestufe,
  5. 5.
    der Erhalt, die Aufbewahrung und die Verabreichung von Arzneimitteln einschließlich der pharmazeutischen Überprüfung der Arzneimittelvorräte und der Unterweisung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über den sachgerechten Umgang mit Arzneimitteln,
  6. 6.
    die Pflegeplanungen und die Pflegeverläufe für pflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner,
  7. 7.
    für Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen der Behindertenhilfe (2) Förder- und Hilfepläne einschließlich deren Umsetzung,
  8. 8.
    die Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung sowie zur Qualitätssicherung,
  9. 9.
    die freiheitsbeschränkenden und die freiheitsentziehenden Maßnahmen bei Bewohnerinnen und Bewohnern sowie der Angabe des für die Anordnung der Maßnahme Verantwortlichen,
  10. 10.
    die für die Bewohnerinnen und Bewohner verwalteten Gelder oder Wertsachen.

3Betreibt der Träger mehr als ein Heim, sind für jedes Heim gesonderte Aufzeichnungen zu machen. 4Dem Träger bleibt es vorbehalten, seine wirtschaftliche und finanzielle Situation durch Vorlage der im Rahmen der Pflegebuchführungsverordnung geforderten Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung nachzuweisen. 5Aufzeichnungen, die für andere Stellen als die zuständige Behörde angelegt worden sind, können zur Erfüllung der Anforderungen des Satzes 1 verwendet werden.

(2) 1Der Träger hat die Aufzeichnungen nach Absatz 1 sowie die sonstigen Unterlagen und Belege über den Betrieb eines Heims fünf Jahre aufzubewahren. 2Danach sind sie zu löschen. 3Die Aufzeichnungen nach Absatz 1 sind, soweit sie personenbezogene Daten enthalten, so aufzubewahren, dass nur Berechtigte Zugang haben.

(3) Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend legt im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Gesundheit durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates Art und Umfang der in den Absätzen 1 und 2 genannten Pflichten und das einzuhaltende Verfahren näher fest.

(4) Weiter gehende Pflichten des Trägers eines Heims nach anderen Vorschriften oder auf Grund von Pflegesatzvereinbarungen oder Vereinbarungen nach § 75 Abs. 3 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch bleiben unberührt. (1)

(1) Red. Anm.:

Nach Artikel 12 Nr. 1 des Gesetzes vom 21. März 2005 (BGBl. I S. 818) sollen in § 13 Abs. 4 die Wörter "§ 93 Abs. 2 des Bundessozialhilfegesetzes" durch die Wörter "§ 75 Abs. 3 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch" ersetzt werden. Diese Änderung ist bereits durch Artikel 17 Nr. 4 des Gesetzes vom 27. Dezember 2003 (BGBl. I S. 3022) erfolgt.

Zu § 13: Geändert durch V vom 25. 11. 2003 (BGBl I S. 2304), G vom 27. 12. 2003 (BGBl I S. 3022), 21. 3. 2005 (BGBl I S. 818) und V vom 31. 10. 2006 (BGBl I S. 2407).

(2) Red. Anm.:

Müsste lauten: Hilfe für behinderte Menschen

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