§ 10 VVO-Stift, Auswahlverfahren der Hochschulen

§ 10 VVO-Stift
Verordnung über die zentrale Vergabe von Studienplätzen durch die Stiftung für Hochschulzulassung (Vergabeverordnung-Stiftung)
Landesrecht Niedersachsen

Erster Teil – Vergabe von Studienplätzen im zentralen Vergabeverfahren → 3. Abschnitt – Quotierung und Verfahrensablauf, Auswahlverfahren der Hochschulen

Titel: Verordnung über die zentrale Vergabe von Studienplätzen durch die Stiftung für Hochschulzulassung (Vergabeverordnung-Stiftung)
Normgeber: Niedersachsen
Redaktionelle Abkürzung: VVO-Stift,NI
Gliederungs-Nr.: 22220
Normtyp: Rechtsverordnung

(1) 1Das Auswahlverfahren der Hochschulen wird von den Hochschulen durchgeführt. 2Die Hochschulen sind in diesem Verfahren nicht verpflichtet, den Sachverhalt von Amts wegen zu ermitteln. 3Hochschulen können die Stiftung damit beauftragen, Zulassungs- sowie Ablehnungsbescheide zu erstellen und im Namen und Auftrag der Hochschule zu versenden. 4Hochschulen können bei der Durchführung ihrer Auswahlverfahren durch Überbuchung der Zulassungszahlen berücksichtigen, dass Studienplätze voraussichtlich nicht besetzt werden.

(2) 1Am Auswahlverfahren der Hochschulen wird nicht beteiligt, wer

  1. 1.

    unter die Quoten nach § 6 Abs. 1 Satz 1 oder Abs. 2 Satz 1 Nrn. 2 und 3 fällt oder

  2. 2.

    im Zulassungsantrag keinen gültigen Studienortwunsch für dieses Verfahren genannt hat oder

  3. 3.

    nach § 7 Abs. 2 oder Abs. 3 Satz 5 von der Stiftung zugelassen worden ist.

2Liegen die Voraussetzungen nach Satz 1 Nr. 2 vor, so erlässt die Stiftung für das Auswahlverfahren der Hochschulen im eigenen Namen einen Ausschlussbescheid.

(3) Die Stiftung teilt den Hochschulen für das Sommersemester bis zum 10. Februar, für das Wintersemester bis zum 10. August mit, welche Bewerberinnen und Bewerber an ihren Auswahlverfahren zu beteiligen sind, und übermittelt dabei studiengangweise folgende Angaben:

  1. 1.

    Namen, Anschrift und E-Mail-Adresse sowie Tag und Ort der Geburt,

  2. 2.

    die Ortspräferenz für die jeweilige Hochschule,

  3. 3.

    die nach § 11 Abs. 3 bis 5 ermittelte Durchschnittsnote,

  4. 4.

    die nach § 14 ermittelte Wartezeit,

  5. 5.

    Einzelnoten der Hochschulzugangsberechtigung,

  6. 6.

    das Ergebnis eines fachspezifischen Studierfähigkeitstests, sofern es der Stiftung vorliegt,

  7. 7.

    die Art einer Berufsausbildung und die Dauer einer Berufstätigkeit oder eines Praktikums,

  8. 8.

    die Erfüllung der Voraussetzungen für eine erneute Zulassung nach § 19 Abs. 2 Satz 2.

(4) 1Die Auswahlentscheidung der Hochschule ist zu treffen nach der Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung (Durchschnittsnote) in Kombination mit mindestens einem der folgenden Auswahlkriterien:

  1. 1.

    eine Gewichtung der in der Hochschulzugangsberechtigung ausgewiesenen Leistungen in Fächern, die über die Eignung für den gewählten Studiengang besonderen Aufschluss geben, oder

  2. 2.

    die besondere Eignung der Bewerberinnen und Bewerber für den gewählten Studiengang;

dabei muss der Durchschnittsnote überwiegende Bedeutung für die Auswahlentscheidung zukommen (§ 8 Abs. 1 Satz 1 NHZG). 2In Fällen von Ranggleichheit der Bewerberinnen und Bewerber bestimmt sich die Rangfolge nach einer Verbindung von Durchschnittsnote und Wartezeit. 3Besteht danach noch Ranggleichheit, so gilt § 18 Abs. 2 entsprechend.

(5) Die Hochschule stellt die besondere Eignung fest

  1. 1.

    anhand von Berufsausbildung, praktischen Tätigkeiten oder studienrelevanten außerschulischen Leistungen,

  2. 2.

    durch Motivationserhebungen in schriftlicher Form,

  3. 3.

    in einem Auswahlgespräch mit der Bewerberin oder dem Bewerber,

  4. 4.

    nach dem Ergebnis einer schriftlichen Aufsichtsarbeit, in der durch die bisherigen Abschlüsse nicht ausgewiesene Fähigkeiten und Kenntnisse nachgewiesen werden können, die für den Studienerfolg von Bedeutung sein können,

  5. 5.

    nach dem Ergebnis eines fachspezifischen Studierfähigkeitstests oder

  6. 6.

    aufgrund einer Kombination von Feststellungen nach den Nummern 1 bis 5

(§ 5 Abs. 3 in Verbindung mit § 8 Abs. 1 Satz 2 NHZG).

(6) 1Die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem Auswahlgespräch oder einer schriftlichen Aufsichtsarbeit kann bis auf das Zweifache der Zahl der hiernach zu vergebenden Studienplätze beschränkt werden. 2Die Vorauswahl für die Teilnahme richtet sich nach der Durchschnittsnote oder den kombinierten Auswahlkriterien nach Absatz 4 Satz 1. 3Kommt es für die Vorauswahl auch auf die besondere Eignung an, so gelten Absatz 4 Satz 2 und Absatz 5 entsprechend. 4Bei Ranggleichheit gilt Absatz 4 Satz 3 entsprechend. 5Besteht danach noch Ranggleichheit, so werden sämtliche Bewerberinnen und Bewerber der höchsten Rangfolge zur Teilnahme zugelassen.

(7) 1Die Einzelheiten des Auswahl Verfahrens, insbesondere die Entscheidung über die Auswahlkriterien und die Möglichkeit der Erhebung von Gebühren für die Feststellung der Eignung nach Absatz 5 Nrn. 3 und 4, regelt die Hochschule durch Ordnung (§ 8 Abs. 2 Satz 1 NHZG). 2Die Entscheidung über die Auswahl trifft die Leitung der Hochschule. 3Zur Vorbereitung dieser Entscheidung wird für jeden Studiengang mindestens eine Auswahlkommission eingesetzt, deren Mitglieder dem hauptberuflichen wissenschaftlichen Personal oder der Hochschullehrergruppe angehören. 4Die Auswahlkommission besteht aus mindestens zwei Personen, wovon mindestens eine Person der Professorengruppe angehören muss.

(8) 1Soweit der Stiftung Verfahrensergebnisse der Hochschulen in Form von Ranglisten für das Sommersemester bis zum 25. Februar, für das Wintersemester bis zum 25. August vorliegen, werden Bewerberinnen und Bewerber, die nach diesen Ranglisten eine Zulassungsmöglichkeit für die von ihnen in höchster Präferenz gewählte Hochschule haben und an deren Auswahlverfahren sie zu beteiligen sind, von dieser Hochschule zugelassen. 2Die Stiftung teilt den Hochschulen für das Sommersemester bis zum 5. März, für das Wintersemester bis zum 2. September mit, welche Bewerberinnen und Bewerber unter Satz 1 fallen. 3Die Hochschulen erteilen in diesen Fällen Zulassungsbescheide. 4Die Zugelassenen nehmen am weiteren Verfahren nicht mehr teil. 5Die Hochschulen teilen der Stiftung die Einschreibergebnisse für das Sommersemester bis zum 16. März, für das Wintersemester bis zum 16. September mit.

(9) 1Die Hochschulen teilen der Stiftung für das Sommersemester bis zum 18. März, für das Wintersemester bis zum 18. September ihre Verfahrensergebnisse in Form von Ranglisten mit, soweit die Ranglisten nicht bereits nach Absatz 8 übermittelt worden sind. 2Die Stiftung gleicht sämtliche Ranglisten ab, indem in den Fällen mehrerer Zulassungsmöglichkeiten für eine Bewerberin oder einen Bewerber nur diejenige für die in höchster Präferenz genannte Hochschule bestehen bleibt, und übermittelt den Hochschulen für das Sommersemester bis zum 22. März, für das Wintersemester bis zum 22. September die bereinigten Ranglisten, 3Die Hochschulen erteilen nach Maßgabe dieser Ranglisten Zulassungs- und Ablehnungsbescheide. 4Die Zugelassenen nehmen am weiteren Verfahren nicht mehr teil. 5Die Hochschulen teilen der Stiftung die Einschreibergebnisse für das Sommersemester bis zum 30. März, für das Wintersemester bis zum 30. September mit.

(10) 1Sind danach Studienplätze noch verfügbar oder werden Studienplätze wieder verfügbar, so schreibt die Stiftung die Ranglisten nach Maßgabe des Absatzes 9 Satz 2 fort und übermittelt sie für das Sommersemester bis zum 2. April, für das Wintersemester bis zum 2. Oktober an die Hochschulen. 2Die Hochschulen führen auf dieser Grundlage ein Nachrückverfahren durch; dabei werden keine Ablehnungsbescheide erteilt. 3Die Zugelassenen nehmen am weiteren Verfahren nicht mehr teil. 4Die Hochschulen teilen der Stiftung die Einschreibergebnisse für das Sommersemester bis zum 8. April, für das Wintersemester bis zum 8. Oktober mit.

(11) 1Sind nach Durchführung des Nachrückverfahrens nach Absatz 10 Studienplätze noch verfügbar oder werden Studienplätze wieder verfügbar, so schreibt die Stiftung die Ranglisten nach Maßgabe des Absatzes 9 Satz 2 fort und übermittelt sie für das Sommersemester bis zum 10. April, für das Wintersemester bis zum 10. Oktober an die Hochschulen. 2Absatz 10 Sätze 2 und 3 gilt entsprechend. 3Die Hochschulen teilen der Stiftung die Einschreibergebnisse für das Sommersemester bis zum 17. April, für das Wintersemester bis zum 17. Oktober mit.

(12) 1Nach Abschluss des zweiten Nachrückverfahrens werden Studienplätze, die noch verfügbar sind oder wieder verfügbar werden, von der Hochschule durch das Los an Bewerberinnen und Bewerber vergeben, die bei der Hochschule die Zulassung beantragt haben. 2Die Hochschule bestimmt Form und Frist der Antragstellung und gibt sie in geeigneter Weise bekannt.

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