Pacht

Rechtswörterbuch

 Normen 

§ 581 BGB

 Information 

Im BGB gesondert geregelte Vertragsart.

Durch den Pachtvertrag wird der Verpächter verpflichtet, dem Pächter den Gebrauch des verpachteten Gegenstands und den Genuss der Früchte während der Pachtzeit zu gewähren. Der Pächter ist verpflichtet, dem Verpächter den vereinbarten Pachtzins zu entrichten.

Der Pachtvertrag ist ein Dauerschuldverhältnis. Rechte können nur verpachtet, nicht vermietet werden.

Ein Pachtverhältnis ist anzunehmen, wenn die Gebrauchsüberlassung bereits eine Fruchtziehung ermöglicht und der Zweck des Vertrages hierauf gerichtet ist. In der Praxis werden die meisten Pachtverträge im gewerblichen Bereich abgeschlossen.

Viele Vorschriften des Mietrechts, so u.a. die Vorschriften über die Mängelhaftung, sind über § 581 Abs. 2 BGB auf den Pachtvertrag anwendbar.

Voraussetzung für die Wirksamkeit einer Vertragsbindung für länger als ein Jahr ist gemäß § 550 BGB die Einhaltung der Schriftform. Nach ständiger Rechtsprechung des BGH ist die Schriftform des § 550 BGB nämlich nur gewahrt, wenn sich die für den Abschluss des Vertrages notwendige Einigung über alle wesentlichen Vertragsbedingungen - insbesondere den Mietgegenstand, die Miete sowie die Dauer und die Parteien des Mietverhältnisses - aus einer von beiden Parteien unterzeichneten Urkunde ergibt. Pacht ist die Grundpacht zuzüglich der geschuldeten Nebenkostenzahlung.

Ein Pachtvertrag sollte u.a. folgenden Inhalt aufweisen:

  • Beschreibung der Vertragsparteien und des Pachtobjekts

  • Festlegung des Pachtzinses, ggf. einschließlich einer Wertsicherungsklausel

  • Festlegung der Pachtdauer sowie der Kündigungsfristen

  • Vereinbarung der Pflichten zur Instandhaltung und Durchführung der Schönheitsreparaturen

  • Festlegung der vertraglich vereinbarten Nutzungsart

  • Übertragung der Verkehrssicherungspflichten

  • Zulässigkeit der Vornahme von baulichen Änderungen durch den Pächter/Verpächter

  • Zulässigkeit des Betretens der Pachträume durch den Verpächter

Gesonderte Pachtbestimmungen gelten für folgende Pachtverträge:

 Siehe auch 

BGH 14.07.2004 - XII ZR 352/00 (Erkennbarkeit der Sittenwidrigkeit einer überhöhten Pacht)

Cymutta: Besonderheiten der Pacht- und Landpachtverträge in der Insolvenz; Zeitschrift für das gesamte Insolvenzrecht - ZInsO 2009, 412

Harz/Riecke Schmid: Handbuch des Fachanwalts Miet- und Wohnungseigentumsrecht; 5. Auflage 2015

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Eignen sich Pflegeimmobilien als Kapitalanlage

Eignen sich Pflegeimmobilien als Kapitalanlage

Die Zahl der Anbieter von Anlageprodukte Pflegeimmobilie ist weiter gestiegen. Recherchen der AdvoAdvice Rechtsanwälte haben ergeben, dass auf dem Kapitalmarkt bereits Pflegeimmobilien im… mehr

Immobilien: Wucher bei zu geringem Kaufpreis?

Immobilien: Wucher bei zu geringem Kaufpreis?

Wann ein weit über dem Marktwert der Immobilie liegender Kaufpreis wegen Wucher sittenwidrig ist, haben die Gerichte bereits geklärt. Aber kann auch ein Kaufvertrag mit einem zu kleinen Preis… mehr

Insolvenzrecht Versagung der Restschuldbefreiung

Insolvenzrecht Versagung der Restschuldbefreiung

Vermögensverschwendung bei unentgeltlicher Übertragung des Mobiliars einer Gaststätte? Für sich allein betrachtet Nein! sagt der BGH. Stellt die Übertragung eine Übertragung des ganzen Betriebes dar… mehr