Notar - Ausbildung

Rechtswörterbuch

 Normen 

BNotO

BeurkG

Rechtsgrundlagen der Ausbildung / Bestellung von Notaren in den Bundesländern:

Baden-Württemberg: APrONot,BW
Bayern: NotV,BY
Berlin: AVNot,BE
Brandenburg: NotAssAusbV,BB
Bremen: AVNot,HB
Hamburg: NotarasAusbO
Hessen: Runderlass zur Ausführung der Bundesnotarordnung
Mecklenburg-Vorpommern: AV-BNotO,MV
Nordrhein-Westfalen: NotAVO,NW
Niedersachen: AVNot,NI
Rheinland-Pfalz: NotAssAusbV,RP
Saarland: BNotOAV,SL
Sachsen: BNotOVO,SN
Schleswig-Holstein: AVNot,SH
Thüringen: ThürNotVO,TH

Verwaltungsvorschriften der Bundesländer, z.B. die "Verwaltungsvorschriften betreffend die Angelegenheiten der Notare in Saarland"

 Information 

1. Einführung

Die Ausbildung zum Notar unterscheidet sich danach, ob in dem Bundesland die Notarstätigkeit ausschließlich hauptberuflich ausgeübt werden kann oder eine Kombination mit dem Rechtsanwaltsberuf möglich ist (Anwaltsnotar).

Beiden Notarsformen gemeinsam ist die Voraussetzung, dass Bewerber gemäß § 6 Abs. 1 BNotO nach ihrer Persönlichkeit und ihren Leistungen für das Amt des Notars geeignet sein müssen:

Für die Beurteilung, ob Verhaltensweisen und Auffälligkeiten eines Bewerbers für das Notaramt nicht ausräumbare Zweifel an der persönlichen Eignung begründen, ist nicht nur die strafrechtliche Bewertung und/oder die Beurteilung nach dem Berufsrecht der Rechtsanwälte maßgebend. Vielmehr ist im Bewerbungsverfahren selbstständig auch zu prüfen, ob aus dem zugrunde liegenden Verhalten negative Folgerungen im Hinblick auf die wegen des öffentlichen Amtes erhöhten persönlichen Anforderungen an einen Notar zu ziehen sind (BGH 25.11.2013 - NotZ (Brfg) 10/13).

2. Bestellung zum hauptberuflichen Notar

Voraussetzung der ausschließlichen Notarstätigkeit, d.h. der Bestellung zum hauptberuflichen Notar ist gemäß § 7 BNotO die Ableistung eines dreijährigen Vorbereitungsdienstes, in dem die dann Notarassessoren Genannten auf den Notarsberuf vorbereitet werden. Die Ausbildung ähnelt der Referendarsausbildung in der allgemeinen juristischen Ausbildung: Die Notarassessoren stehen in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis zum Staat und erhalten Dienstbezüge. Nach der Ausbildung können sie sich auf ausgeschriebene Notarstellen bewerben.

Die Anzahl der Ausbildungsplätze richtet sich nach dem späteren Bedarf, sodass jeder Anwaltsassessor voraussichtlich von einer späteren Bestellung ausgehen kann.

Die Auswahl der Ausbildungsbewerber erfolgt nach der fachlichen und persönlichen Qualifikation. Die fachliche Qualifikation erfordert Examina mit herausragenden Ergebnissen.

Bei der Bestellung von Notaren für das Land Baden-Württemberg sind die in § 114 BNotO aufgeführten Besonderheiten zu beachten. Für den Fall eines Konkurrentenstreits im Zusammenhang mit der Besetzung einer Notarstelle hat der BGH Folgendes entschieden: Fallen Bewerber für das Amt des Notars unter das Gleichstellungsgebot nach § 114 Abs. 2 BNotO, gewinnen bei der Prüfung der fachlichen Eignung die im Landesdienst erbrachten Leistungen bei der Bewertung des beruflichen Werdegangs besondere Bedeutung (BGH 25.11.2013 - NotZ (Brfg) 13/13).

3. Bestellung zum Anwaltsnotar

Siehe insofern den Beitrag "Anwaltsnotaren".

 Siehe auch 

http://www.bundesnotarkammer.de

Diehn: BNotO - Bundesnotarordnung, Kommentar; 1. Auflage 2014

Sandkühler/Lerch/Arndt: Bundesnotarordnung. Kommentar; 8. Auflage 2015