Lohnpfändung - Berechnung

Rechtswörterbuch

 Normen 

§§ 850 ff ZPO

Anlage 1 ZPO

 Information 

Berechnung des Pfändungsfreibetrages:

  1. a)

    Zur Berechnung der pfändbaren Summe ist gemäß § 850c Abs. 3 ZPO das Arbeitseinkommen des Schuldners bei monatlicher Zahlung auf einen durch 10 teilbaren Betrag abzurunden (bei wöchentlicher Zahlung 5, bei täglicher Zahlung 1), d.h. es darf bei der Dividierung keine Bruchteilszahl entstehen.

  2. b)

    Der Pfändungsfreibetrag beträgt seit dem 01.07.2015 für den Arbeitnehmer selbst 1.073,88 EUR.

    Dem sind für die erste unterhaltspflichtige Person 404,16 EUR zuzufügen; für die zweite bis fünfte Person jeweils 225,17 EUR. Die sechste und die weiteren unterhaltspflichtigen Personen werden nicht mehr berücksichtigt.

    Eine zusätzliche Begrenzung des Pfändungsfreibetrages ergibt sich durch die Obergrenze von 3.292,09 EUR, d.h. das über diesen Betrag hinausgehende Nettoeinkommen des Schuldners ist in vollem Umfang pfändbar, unabhängig von der Zahl der unterhaltsberechtigten Personen.

  3. c)

    Zusätzlich ist gemäß § 850c Abs. 2 ZPO der nun verbleibende Pfändungsbetrag in einer dritten Stufe um 3/10 für den Schuldner selbst, 2/10 für die erste unterhaltsberechtigte Person und 1/10 für die zweite bis fünfte unterhaltsberechtigte Person zu kürzen.

Der pfändbare Teil ist an den Gläubiger zu überweisen.

Erhält ein Arbeitgeber mehrere Pfändungs- und Überweisungsbeschlüsse, so sind diese in der Reihenfolge ihres Eingangs zu berücksichtigen. Eine Aufteilung des gesamten möglichen Pfändungsbetrages auf die Gläubiger ist nicht vorzunehmen.

 Siehe auch 

Ehlers: Berechnung der Pfändungsgrenze und Probleme: Aktuelle Fragen zur Lohnpfändung; Neue Wirtschafts-Briefe - NWB 2009, 2749

Tavakoli: Lohnpfändung und private Altersvorsorge: Erhöhung der Freigrenze durch § 851c ZPO?; Neue Juristische Wochenschrift - NJW 2008, 3259

Würdinger: Das Ende eines Paradoxons im Lohnpfändungsrecht; Neue Juristische Wochenschrift - NJW 2014, 3121