Industriemeister Schuhfertigung

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Weiterbildungsberuf.

Industriemeister mit der Fachrichtung Schuhfertigung arbeiten in der Schuhindustrie, der Lederbekleidungs- und Lederpolstermöbelindustie sowie in den Zuliefererbetrieben für die Schuhindustrie. Sie können außerdem auch in Schuhmodellateliers und im Schuheinzel- und -großhandel tätig sein.

Zu den Aufgaben eines Industriemeisters gehört u.a. die Leitung von Arbeitsgruppen, Abteilungen oder ganzen Betrieben in der Schuhherstellung. Sie planen und koordinieren Produktionsabläufe, führen qualitätssichernde Maßnahmen durch und nehmen Controllingaufgaben wahr. Daneben gehört das Einarbeiten, Ausbilden und Führen von Mitarbeitern zu ihrer Tätigkeit. Sie sind verantwortlich für die Durchsetzung der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und des Umweltschutzes.

Die Verordnung über die Prüfung zum Abschluss Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Schuhfertigung wurde mit Wirkung zum 23.11.2003 geändert.

Danach besteht folgendes Prüfungsziel: Es ist festzustellen, ob der Prüfungsteilnehmer die notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen hat, u.a. folgende Aufgaben als Führungskraft zwischen Planung und Ausführung wahrzunehmen:

  • Mitwirken bei der Planung, Einrichtung und Überwachung der Betriebsmittel

  • Übertragen der Aufgaben unter Berücksichtigung technischer, wirtschaftlicher und sozialer Aspekte auf die Mitarbeiter und Übernahme sonstiger Führungsaufgaben

  • Überwachung der Kostenentwicklung sowie der Arbeitsleistung; Sicherstellen der Kontrollen der ein- und ausgehenden Erzeugnisse hinsichtlich ihrer Quantität und Qualität; Beeinflussen des Material- und Produktionsflusses zur Gewährleistung eines störungsfreien und termingerechten Arbeitens

  • Durchführen der erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung in Abstimmung mit den im Betrieb mit der Arbeitssicherheit befassten Stellen und Personen

Voraussetzung zur Prüfungszulassung sind:

  • Der Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf, der der Fachrichtung Schuhfertigung zugeordnet werden kann und eine danach erfolgende einschlägige Berufspraxis, die unter Anrechnung der Berufsausbildung mindestens fünf Jahre betragen hat - oder -

  • eine mindestens sechsjährige einschlägige Berufspraxis in der Schuhfertigung.

  • Daneben kann ein Prüfungsteilnehmer zur Prüfung zugelassen werden, wenn durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft gemacht wird, dass der Bewerber Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erworben hat, die eine Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.

Die Prüfung besteht aus folgenden Inhalten:

  • Einem fachübergreifenden Teil mit den Fächern:

    • Grundlagen für kostenbewußtes Handeln

    • Grundlagen für rechtsbewußtes Handeln

    • Grundlagen für die Zusammenarbeit im Betrieb

  • Einem fachrichtungsspezifischen Teil mit den Fächern:

    • Mathematische und naturwissenschaftliche Grundlagen

    • Technologie der Werk- und Hilfsstoffe

    • Betriebstechnik

    • Fertigungstechnik

    • Arbeitssicherheit und Umweltschutz

  • Einem berufs- und arbeitspädagogischen Teil mit den Fächern:

    • Allgemeine Grundlagen der betrieblichen Ausbildung

    • Planung der Ausbildung

    • Mitwirken bei der Einstellung von Auszubildenden

    • Ausbildung am Arbeitsplatz

    • Förderung des Lernprozesses

    • Ausbildung in der Gruppe

    • Abschluss der Ausbildung