Hufbeschlagsschmied

Rechtswörterbuch

 Normen 

HufbeschlG

HufBeschl-AnerkennV

 Information 

1. Hufbeschlagschmied

Ausbildungsberuf.

Rechtsgrundlage der Ausbildung zum Hufbeschlagschmied ist seit dem 01.01.2007 das Hufbeschlaggesetz. Gemäß § 2 HufBeschlG erfasst die Tätigkeit des Hufbeschlages die Gesamtheit aller Verrichtungen an einem Huf zum Zwecke des Schutzes, der Gesunderhaltung, der Korrektur oder der Behandlung. Der Hufbeschlag darf gemäß § 3 HufBeschlG nur von geprüften und staatlich anerkannten Hufbeschlagschmieden ausgeübt werden.

Die Ausbildung dauert 4 - 6 Monate im Vollzeitunterricht. Voraussetzungen der Anerkennung als Hufbeschlagschmied sind:

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung (keine Begrenzung auf ein bestimmtes Fachgebiet mehr)

  • eine mindestens zweijährige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bei einem Hufbeschlagschmied

  • der erfolgreiche Besuch der erforderlichen Lehrgänge an einer Hufbeschlagschule

  • die zur Ausübung des Berufes erforderliche Zuverlässigkeit

Daneben wird die Anerkennung des Berufes des Hufbeschlaglehrschmiedes geregelt, der als Lehrkraft an Hufbeschlagschulen tätig ist.

Hufbeschlagschulen müssen staatlich anerkannt sein. Die Voraussetzungen der Anerkennung sind in § 6 HufBeschlG aufgeführt. In § 3 Abs. 4 HufBeschlG wird festgestellt, dass die Tätigkeit als Hufbeschlagschmied kein Gewerbe im Sinne der Handwerksordnung ist.

2. Andere Hufpflegeberufe

Neben dem Beruf des Huf(beschlag)schmieds gibt es den Beruf des Huftechnikers und den Beruf des Hufpflegers. Bei beiden handelt es sich nicht um anerkannte Ausbildungsberufe, sondern um nicht geschützte Berufsbezeichnungen. Teilweise werden die Ausbildungen in einem mehrwöchigen Kurs von einem privaten Bildungsträger angeboten, zwingend ist der Besuch eines solchen Kurses jedoch nicht.

Hufpfleger bearbeiten die Hufe ohne jedoch den Tieren einen Eisenbeschlag anzulegen. Huftechniker passen den Hufen einen Hufschutz, z.B. aus orthopädischen Gründen an, ebenfalls wird der Eisenbeschlag von der Tätigkeit nicht erfasst.

Nach den Vorgaben des zum 01.01.2007 in Kraft getretenen Hufbeschlaggesetzes durften Arbeiten an einem Huf nur noch von einem geprüften und staatlich anerkannten Hufbeschlagschmied ausgeführt werden. Damit wäre den Huftechnikern und Hufpflegern sowie den jeweiligen Bildungsträgern jegliche Berufstätigkeit untersagt worden.

Gegen diese Regelung ist erfolgreich Verfassungsbeschwerde eingelegt worden (BVerfG 05.12.2006 - 1 BvR 2186/06). Die Konzentration jeglicher Arbeiten an Pferdehufen auf ausgebildete Hufschmiede verstößt gegen Art. 12 GG.

Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts kann die Qualität der Hufversorgung auch dadurch gesichert werden, dass der Zugang zum Beruf des Hufpflegers/Huftechnikers von dem Erwerb und dem Nachweis der theoretischen Kenntnisse abhängig gemacht wird, die notwendig sind, um aus dem gesamten Spektrum der Hufversorgung, das von der Barhufpflege über alternative Hufschutzmaterialien bis zum Eisenbeschlag reicht, die jeweils indizierte Methode auswählen zu können.