Euro
EuroEG
1. Europäische Wirtschafts- und Währungsunion
Der Euro ist die Währung der zur Europäischen Währungsunion zählenden EU-Länder.
Die Europäische Währungsunion (EWU) wurde mit dem Maastrichter Vertrag vereinbart, die Umsetzung in einem Drei-Stufen-Plan konzipiert. Offizieller Beginn war der 1. Januar 1999. Ihre vollständige Bezeichnung lautet "Europäische Wirtschafts- und Währungsunion".
Mitglieder der Wirtschaftsunion sind alle Mitgliedsländer der Europäischen Union. Davon zu unterscheiden ist die Eurozone (s.u.), d.h. die Länder, die den Euro als Währungsmittel eingeführt haben.
Die bilateralen Wechselkurse der teilnehmenden Staaten waren bereits mit dem Eintritt in die dritte Stufe der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) im Mai 1998 auf dem EU-Sondergipfel unwiderruflich festgelegt worden. Die Umrechnungskurse zum Euro wurden am 1. Januar 1999 festgelegt (1 Euro = 1,95583 Deutsche Mark).
Den Rechtsrahmen für die Einführung des Euro haben neben dem Maastrichter Vertrag auf EU-Ebene zwei Verordnungen der EU (Verordnung (EG) Nr. 1103/97, Verordnung (EG) Nr. 974/98) und in Deutschland das Euro-Einführungsgesetz geliefert.
2. Voraussetzungen zur Einführung des Euro
Voraussetzung zur Einführung des Euro war bzw. ist die Erfüllung der in Art. 140 AEUV festgelegten folgenden Konvergenzkriterien:
Preisstabilität / Inflation
Finanzlage der öffentlichen Hand
Wechselkursentwicklung
Entwicklung des langfristigen Zinssatzes
Vereinbarkeit der Rechtsvorschriften (Art. 130 und 131 AEUV)
Bei Erfüllung der Voraussetzungen sind grundsätzlich alle EU-Mitgliedsländer zur Einführung des Euro verpflichtet. Ausnahmen gelten für Großbritannien und Dänemark, die sich dieser Verpflichtung bereits im Maastrichter Vertrag durch eine sogenannte Opt-Out-Klausel entzogen haben.
Gemäß Art. 140 AEUV wird die Erfüllung der Konvergenzkriterien für die zur Einführung des Euro verpflichteten Mitgliedsländer mindestens alle zwei Jahre überprüft. Die Ergebnisse werden in einem Konvergenzbericht veröffentlicht.
Nach dem Konvergenzbericht 2012 der Europäischen Zentralbank (http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/EZB_Publikationen/2012/2012_05_konvergenzbericht.pdf?__blob=publicationFile) kann - wenn in mehreren Ländern durch allgemeine Schocks (die etwa von internationalen Rohstoffpreisen herrühren) ausgelöste negative durchschnittliche Teuerungsraten erzielt werden - gemäß dem Vertrag zur Beurteilung der Preisstabilität auch die Inflationsentwicklung eines Landes in Relation zur Entwicklung in den Mitgliedsstaaten untersucht werden, die das beste Ergebnis erzielt haben.
3. Eurozone
Von den 27 Mitgliedern der Währungsunion haben derzeit (01.04.2013) 17 Länder den Euro als Währungsmittel eingeführt. Im Einzelnen sind das:
Belgien
Deutschland
Estland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Irland
Italien
Luxemburg
Malta
Niederlande
Österreich
Portugal
Slowakei
Slowenien
Spanien
Zypern
In den Art. 136 - 138 AEUV sind besondere Bestimmungen für die Mitgliedstaaten geregelt, deren Währung der Euro ist.
Der Euro wurde in den folgenden Ländern der Europäischen Union(noch) nicht eingeführt:
Bulgarien
Dänemark
Lettland
Litauen
Polen
Rumänien
Schweden
Tschechien
Ungarn
Vereinigtes Königreich
Daneben wurde der Euro als Zahlungsmittel in verschiedenen Nicht-EU-Staaten als alleiniges oder zweites Währungsmittel eingeführt, so z.B. in den Kleinstaaten Monaco, San Marino und dem Vatikan.
