Eigenheimrentengesetz

Rechtswörterbuch

 Normen 

EigRentG

 Information 

1. Einführung

Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden demografischen Entwicklung unterstützt der Staat vermehrt die private Altersvorsorge, insbesondere durch Steuererleichterungen und Zuschüsse.

Die selbstgenutzte Immobilie ist dabei ein wichtiger Teil der Altersvorsorge. Bisher wurde diese Form der Altersvorsorge nicht mehr staatlich gefördert - die Förderung durch die Eigenheimzulage ist entfallen.

2. Inhalt des Eigenheimrentengesetzes

Mit dem Eigenheimrentengesetz (Artikelgesetz) werden die Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge maßgeblich verbessert. Dabei kann das mit einer Riester-Altersvorsorge angesparte Kapital komplett entnommen werden und für den Bau oder Kauf einer Immobilie verwendet werden.

Die Einbeziehung des "Eigenheimrentenmodells" in die Riester-Altersvorsorge ist so ausgestaltet, dass die bisherige Systematik der Riester-Rente erhalten bleibt und die bestehenden Verfahrensstrukturen genutzt werden können.

Dazu gehört, dass eine Förderung des Wohneigentums bis zur Auszahlungsphase mit einer nachgelagerten Besteuerung in der Auszahlungsphase einhergeht und die steuerliche Förderung zweckentsprechend und zielorientiert für die Altersvorsorge des Einzelnen eingesetzt wird. Die vorgesehene Neuausrichtung der Wohnungsbauprämie für Neuverträge auf die wohnungswirtschaftliche Verwendung ergänzt diese Zielsetzung sinnvoll, indem sie die Prämienbegünstigung auf die Bildung von Wohneigentum konzentriert.

Das Eigenheimrentenmodell besteht konkret aus zwei Förderansätzen:

  • Zum einen können bis zu 100 % des in einem Altersvorsorgevertrag angesparten steuerlich geförderten Altersvorsorgevermögens für die Anschaffung, Herstellung oder zu Beginn der Auszahlungsphase zur Entschuldung einer selbst genutzten im Inland belegenen Wohnimmobilie oder für den Erwerb von Geschäftsanteilen (Pflichtanteile) an einer im Genossenschaftsregister eingetragenen Genossenschaft für die Selbstnutzung einer im Inland belegenen Genossenschaftswohnung zu eigenen Wohnzwecken oder von einem eigentumsähnlichen Dauerwohnrecht verwendet werden, ohne dass der Berechtigte verpflichtet ist, den Entnahmebetrag wieder in einen Altersvorsorgevertrag zurückzuführen. Die verbesserten Entnahmeregelungen gelten auch für bereits bestehende Altersvorsorgeverträge.

  • Zum anderen werden zur Darlehenstilgung eingesetzte Mittel als Altersvorsorgebeiträge steuerlich gefördert. Die für die Tilgungsbeiträge gewährten Zulagen werden zu 100 % für die Tilgung verwandt.

    Dabei können bisherige zertifizierte Altersvorsorgeverträge mit Darlehensverträgen für eine wohnungswirtschaftliche Verwendung im Sinne des § 92a Abs. 1 EStG verbunden werden. Alternativ können auch reine Darlehensverträge angeboten werden, wenn der Anbieter zusagt, den Kunden bis zum Beginn der Auszahlungsphase über die Entwicklung des Wohnförderkontos zu informieren. Neben diesen Möglichkeiten besteht auch die Möglichkeit, einen Darlehensvertrag mit einem Sparvertrag dergestalt in einem einheitlichen Vertrag zu kombinieren, dass bereits bei Vertragsabschluss vereinbart wird, das angesparte Kapital zur Tilgung des Darlehens einzusetzen.

 Siehe auch 

Jungblut: Vermögensbildung der Arbeitnehmer. Aktuelle Änderungen durch das Eigenheimrentengesetz und das Gesetz zur Änderung des 5. VermBG; Neue Wirtschafts-Briefe - NWB 2008, 4417