BVerwG, 29.12.2011 - BVerwG 3 BN 1.11 - Antragsbefugnis eines Waldeigentümers auf Schutz vor Wildschäden bei 1 Kilometer Luftlinie zum problematischen Sanierungsgebiet mit dazwischen verlaufendem 1318 m hohem Bergrücken

Bundesverwaltungsgericht
Beschl. v. 29.12.2011, Az.: BVerwG 3 BN 1.11
Gericht: BVerwG
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 29.12.2011
Referenz: JurionRS 2011, 33279
Aktenzeichen: BVerwG 3 BN 1.11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

VGH Bayern - 07.10.2010 - AZ: VGH 19 N 09.3102

Redaktioneller Leitsatz:

1.

Waldeigentümern kommt im Lichte von Art. 14 Abs. 1 GG ein subjektiv-öffentliches Recht auf Schutz vor Wildschäden zu. Dieses Schutzrecht kann auch dann bestehen, wenn ein Waldeigentümer durch eine Verordnung nur mittelbar betroffen ist, weil aufgrund der räumlichen Nähe seiner Waldflächen zu Gebieten, die von der Verordnung erfasst werden, nachteilige Auswirkungen für sein Waldeigentum nicht auszuschließen sind.

2.

Die Geltendmachung einer Rechtsverletzung nach § 47 Abs. 2 S. 1 VwGO unterliegt den gleichen Anforderungen wie denen nach § 42 Abs. 2 VwGO.

In der Normenkontrollsache
hat der 3. Senat des Bundesverwaltungsgerichts
am 29. Dezember 2011
durch
den Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht Kley, den Richter am Bundesverwaltungsgericht Buchheister und
die Richterin am Bundesverwaltungsgericht Dr. Kuhlmann
beschlossen:

Tenor:

Auf die Beschwerde des Antragstellers wird der Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 7. Oktober 2010 aufgehoben.

Die Sache wird zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an den Verwaltungsgerichtshof zurückverwiesen.

Die Entscheidung über die Kosten bleibt der Schlussentscheidung vorbehalten.

Der Wert des Streitgegenstandes wird für das Beschwerdeverfahren auf 10 000 € festgesetzt.

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