BVerwG, 24.11.2011 - BVerwG 7 C 12.10 - Möglichkeit der Einordnung der Mitteilung über die Einleitung eines Eintragungsverfahrens nach dem Kulturgutschutzgesetz als Verwaltungsakt i.S.v. § 35 S. 1 VwVfG; Anwendbarkeit des Kulturgutschutzgesetz auf in der Zeit des Nationalsozialismus jüdischen Eigentümern entzogenen und nach der Wiedervereinigung restituierten Vermögensgegenständen

Bundesverwaltungsgericht
Urt. v. 24.11.2011, Az.: BVerwG 7 C 12.10
Gericht: BVerwG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 24.11.2011
Referenz: JurionRS 2011, 32051
Aktenzeichen: BVerwG 7 C 12.10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

VG Dresden - 05.11.2008 - AZ: 5 K 1837/05

OVG Sachsen - 19.08.2010 - AZ: OVG 1 A 112/09

Fundstellen:

BVerwGE 141, 196 - 210

DVBl 2012, 305

DVBl 2012, 5

KuR 2012, 23-31

KUR 2012, 23-31

LKV 2011, 3

LKV 2012, 75-79

NJ 2012, 10-11

NJW 2012, 792-797

NVwZ 2011, 6

SächsVBl 2012, 82-88

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Die Mitteilung über die Einleitung eines Eintragungsverfahrens nach dem Kulturgutschutzgesetz stellt keinen Verwaltungsakt i.S.v. § 35 Satz 1 VwVfG dar.

  2. 2.

    Das Kulturgutschutzgesetz findet auch auf solche Vermögensgegenstände Anwendung, die ihren jüdischen Eigentümern in der Zeit vom 30. Januar 1933 bis zum 8. Mai 1945 durch nationalsozialistische Unrechtsmaßnahmen entzogen und nach der Wiedervereinigung gemäß § 1 Abs. 6 VermG restituiert worden sind.

In der Verwaltungsstreitsache hat der 7. Senat des Bundesverwaltungsgerichts auf die mündliche Verhandlung vom 24. November 2011 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht Sailer, die Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Deiseroth und Guttenberger, die Richterin am Bundesverwaltungsgericht Schipper und den Richter am Bundesverwaltungsgericht Brandt für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Kläger gegen das Urteil des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts vom 19. August 2010 wird zurückgewiesen.

Die Kläger tragen die Kosten des Revisionsverfahrens als Gesamtschuldner.

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