BVerwG, 14.09.2010 - BVerwG 7 B 15.10 - Vereinbarkeit des Einwendungsausschlusses gem. § 2 Abs. 3 Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz (UmwRG) und § 10 Abs. 3 Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) mit Gemeinschaftsrecht; Zulässigkeit einer Erstreckung der Präklusionsregelung des § 2 Abs. 3 UmwRG auf erst nach dem 25. Juni 2005 eingeleitete Verfahren; Wahrung des Schriftformerfordernisses des § 10 Abs. 3 S. 4 BImSchG bei Einwendung in elektronischer Form durch Verwendung einer qualifizierten elektronischen Signatur

Bundesverwaltungsgericht
Beschl. v. 14.09.2010, Az.: BVerwG 7 B 15.10
Gericht: BVerwG
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 14.09.2010
Referenz: JurionRS 2010, 25134
Aktenzeichen: BVerwG 7 B 15.10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

OVG Nordrhein-Westfalen - 09.12.2009 - AZ: 8 D 10/08.AK

Rechtsgrundlagen:

§ 2 Abs. 3 UmwRG

§ 5 Abs. 1 UmwRG

§ 10 Abs. 3 BImSchG

Art. 10a RL 85/337/EWG

Art. 16 RL 2008/1/EG

Fundstellen:

DÖV 2011, 83

NuR 2011, 53-56

NVwZ 2011, 364-368

UPR 2011, 240

VR 2011, 35

ZNER 2011, 58-61

ZUR 2011, 85-88

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Der Einwendungsausschluss gemäß § 2 Abs. 3 UmwRG und § 10 Abs. 3 BImSchG steht auch im Hinblick auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 15. Oktober 2009 - Rs. C-263/08 - (ZUR 2010, 28) mit Gemeinschaftsrecht in Einklang (im Anschluss an Urteil vom 14. April 2010 - BVerwG 9 A 5.08 - NuR 2010, 558 ).

  2. 2.

    Die Erstreckung der Präklusionsregelung des § 2 Abs. 3 UmwRG auf Verfahren, die nach dem 25. Juni 2005 eingeleitet worden sind (§ 5 Abs. 1 UmwRG), verstößt nicht gegen Vorgaben des Gemeinschaftsrechts.

  3. 3.

    Das Schriftformerfordernis des § 10 Abs. 3 Satz 4 BImSchG ist bei Einwendungen in elektronischer Form nur gewahrt, wenn sie mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen sind.

In der Verwaltungsstreitsache
...
hat der 7. Senat des Bundesverwaltungsgerichts
am 14. September 2010
durch
den Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht Sailer,
den Richter am Bundesverwaltungsgericht Guttenberger und
die Richterin am Bundesverwaltungsgericht Schipper
beschlossen:

Tenor:

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen vom 9. Dezember 2009 wird zurückgewiesen.

Der Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens einschließlich der außergerichtlichen Kosten der Beigeladenen.

Der Wert des Streitgegenstandes wird für das Beschwerdeverfahren auf 15 000 € festgesetzt.

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