BVerwG, 14.06.2016 - 10 C 7.15 - Unterfallen der Tätigkeit eines staatlich beherrschten privatrechtlich organisierten Unternehmens unter die Aufgaben gemäß Art. 104a Abs. 1 GG

Bundesverwaltungsgericht
Urt. v. 14.06.2016, Az.: 10 C 7.15
Gericht: BVerwG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 14.06.2016
Referenz: JurionRS 2016, 23738
Aktenzeichen: 10 C 7.15
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

VG Stuttgart - 17.07.2013 - AZ: 7 K 4182/11

VGH Baden-Württemberg - 21.04.2015 - AZ: 1 S 1949/13

Rechtsgrundlagen:

Art. 87e GG

Art. 104a Abs. 1 GG

§ 2 Abs. 1 AEG

§ 9 Abs. 1 BSWAG

Fundstellen:

DVBl 2016, 3 (Pressemitteilung)

IBR 2016, 607

JuS 2016, 8 (Pressemitteilung)

JZ 2016, 641

KommJur 2016, 6 (Pressemitteilung)

NVwZ 2016, 8 (Pressemitteilung)

NZG 2016, 6

zfs 2016, 362 (Pressemitteilung)

zfs 2016, 482 (Pressemitteilung)

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1.

    Aufgaben im Sinne des Art. 104a Abs. 1 GG können nur öffentliche Aufgaben eines Hoheitsträgers sein. Die Tätigkeit eines staatlich beherrschten privatrechtlich organisierten Unternehmens unterfällt dem Anwendungsbereich des Art. 104a Abs. 1 GG nur dann, wenn mit ihr ungeachtet der Rechtsform des Unternehmens weiterhin eine öffentliche Aufgabe wahrgenommen wird.

  2. 2.

    Der Bau von Schienenwegen und - damit zusammenhängend - von Bahnhöfen der Eisenbahnen des Bundes ist nach Art. 87e GG keine öffentliche Aufgabe des Bundes im Sinne des Art. 104a Abs. 1 GG mehr.

In der Verwaltungsstreitsache
hat der 10. Senat des Bundesverwaltungsgerichts
auf die mündliche Verhandlung vom 14. Juni 2016
durch
den Präsidenten des Bundesverwaltungsgerichts Prof. Dr. Dr. h.c. Rennert,
die Richterin am Bundesverwaltungsgericht Dr. Held-Daab,
den Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Häußler und
die Richterinnen am Bundesverwaltungsgericht Hoock und Dr. Rublack
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revisionen werden zurückgewiesen.

Die Kläger tragen die Kosten des Revisionsverfahrens.