BVerfG, 24.03.2010 - 1 BvR 395/09 - Wirkung der durch das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) geschaffenen Härtefallregelung für die Vergangenheit

Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 24.03.2010, Az.: 1 BvR 395/09
Gericht: BVerfG
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 24.03.2010
Referenz: JurionRS 2010, 12723
Aktenzeichen: 1 BvR 395/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

SG Gelsenkirchen - 15.03.2006 - AZ: S 4 AS 43/05

LSG Nordrhein-Westfalen - 19.05.2008 - AZ: L 20 AS 48/06

BSG - 16.12.2008 - AZ: B 4 AS 69/08 B

Fundstellen:

AuR 2010, 227

AUR 2010, 227

DÖV 2010, 525

DVBl 2010, 149

FamRZ 2010, 716-717

FStBay 2010, 648-649

FStBW 2010, 469-470

GV/RP 2010, 327

KomVerw/B 2010, 271-272

KomVerw/LSA 2010, 260-261

KomVerw/MV 2010, 272-273

KomVerw/S 2010, 269-270

KomVerw/T 2010, 272

NJ 2010, 263-264

NVwZ 2010, 6

NWB 2010, 1129

NWB direkt 2010, 351

SGb 2010, 343

ZAP EN-Nr. 0/2010

ZAP EN-Nr. 266/2010

ZfSH/SGB 2010, 197

ZfSH/SGB 2010, 349-350

Verfahrensgegenstand:

Verfassungsbeschwerde
...

  1. 1.

    unmittelbar gegen

    1. a)

      ... den Beschluss des Bundessozialgerichts vom 16. Dezember 2008 - B 4 AS 69/08 B -,

    2. b)

      das Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen vom 19. Mai 2008 - L 20 AS 48/06 -,

    3. c)

      den Gerichtsbescheid des Sozialgerichts Gelsenkirchen vom 15. März 2006 - S 4 AS 43/05 -,

    4. d)

      den Widerspruchsbescheid der AfB - Arbeitsgemeinschaft der Stadt Bottrop und der Agentur für Arbeit vom 12. April 2005 - 34506 BG0006847 -,

    5. e)

      den Bescheid der ARGE i.G. der Agentur für Arbeit und der Stadt Bottrop vom 6. Januar 2005 - 34506 BG0006847 -,

  2. 2.

    mittelbar gegen § 20 Abs. 2 und 3 SGB II

Redaktioneller Leitsatz:

Die im Urteil vom 9. Februar 2010 durch eine Anordnung des Bundesverfassungsgerichts geschaffene Regelung ersetzt zwar für die Zeit bis zur Schaffung einer entsprechenden Härtefallregelung durch den Gesetzgeber im Sinne einer Übergangsregelung die an sich notwendige einfachgesetzliche Anspruchsgrundlage für Leistungen wegen eines unabweisbaren, laufenden, nicht nur einmaligen besonderen Bedarfs, der zur Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums zwingend zu decken ist. Sie gilt jedoch nur für die Zeit ab Verkündung des Urteils und damit nicht für Leistungszeiträume vor dem 9. Februar 2010.

In dem Verfahren über
...
hat die 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts
durch
den Vizepräsidenten Kirchhof und
die Richter Bryde, Schluckebier
gemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993
(BGBl. I S. 1473)
am 24. März 2010
einstimmig
beschlossen:

Tenor:

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

Die Bundesrepublik Deutschland hat den Beschwerdeführern ihre notwendigen Auslagen zu erstatten.

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