BVerfG, 21.07.2010 - 1 BvL 8/07 - Vereinbarkeit des § 10 Abs. 1 S. 1 Nr. 7, S. 2 Gesetz über die Entschädigung nach dem Gesetz über die Regelung offener Vermögensfragen (EntschG) mit dem Grundgesetz im Falle der Betroffenheit von Rechten der Miterben; Zulässigkeit der Ausschließung nicht auffindbarer Miterben von ihren Rechten hinsichtlich ehemals staatlich verwalteter Vermögenswerte im Falle der Auffindung zumindest eines anderen Miterben

Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 21.07.2010, Az.: 1 BvL 8/07
Gericht: BVerfG
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 21.07.2010
Referenz: JurionRS 2010, 20679
Aktenzeichen: 1 BvL 8/07
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

VG Potsdam - 30.06.3005 - AZ: VG 1 K 3193/04

BVerwG - 17.05.2006 - AZ: BVerwG 3 PKH 13.05; 3 B 130.05 (künftig: 3 C 24.06)

BVerwG - 17.05.2006 - AZ: BVerwG 3 B 130.05 (künftig: 3 C 24.06); 3 PKH 13.05

BVerwG - 21.06.2007 - AZ: BVerwG 3 C 24/06

nachgehend:

BVerwG - 11.11.2010 - AZ: BVerwG 5 C 22.10

Fundstellen:

BVerfGE 126, 331 - 369

DÖV 2010, 902

FamRZ 2010, 1621

GuT 2010, 273-274 (Pressemitteilung)

JuS 2011, 93-94

LKV 2010, 471-475

NVwZ-RR 2010, 745

StBW 2010, 763 (Pressemitteilung)

WM 2010, 2139-2143

ZAP 2010, 1089-1090

ZAP EN-Nr. 681/2010

ZErb 2010, 302

ZEV 2010, 518-522

Verfahrensgegenstand:

Verfassungsrechtliche Prüfung,
ob § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 Satz 2 des Gesetzes über die Entschädigung nach dem Gesetz über die Regelung offener Vermögensfragen (Entschädigungsgesetz - EntschG) vom 27. September 1994 (BGBl I S. 2624)
in der Fassung des Entschädigungsrechtsänderungsgesetzes vom 10. Dezember 2003 (BGBl I S. 2471),
soweit die Rechte von Miterben betroffen sind, mit Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG vereinbar ist
- Aussetzungs- und Vorlagebeschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. Juni 2007 (BVerwG 3 C 24.06) -

Amtlicher Leitsatz:

§ 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 Satz 2 des Gesetzes über die Entschädigung nach dem Gesetz über die Regelung offener Vermögensfragen ist mit dem Grundgesetz vereinbar, soweit nicht auffindbare Miterben von ihren Rechten hinsichtlich ehemals staatlich verwalteter Vermögenswerte auch dann ausgeschlossen werden können, wenn zumindest ein anderer Miterbe bekannt und aufgefunden ist.

In dem Verfahren
...
hat das Bundesverfassungsgericht - Erster Senat - unter Mitwirkung der Richterin und Richter
Vizepräsident Kirchhof,
Hohmann-Dennhardt,
Bryde,
Gaier,
Eichberger,
Schluckebier,
Masing
am 21. Juli 2010
beschlossen:

Tenor:

§ 10 Absatz 1 Satz 1 Nummer 7 Satz 2 des Gesetzes über die Entschädigung nach dem Gesetz zur Regelung offener Vermögensfragen in der Fassung der Bekanntmachung vom 13. Juli 2004 (Bundesgesetzblatt I Seite 1658) ist mit dem Grundgesetz vereinbar, soweit danach nicht auffindbare Miterben von ihren zur gesamten Hand gehaltenen Rechten hinsichtlich ehemals staatlich verwalteter Vermögenswerte auch dann ausgeschlossen werden können, wenn zumindest ein anderer Miterbe bekannt und aufgefunden ist.

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