BVerfG, 14.09.2011 - 2 BvR 449/11 - Anspruch eines Verteidigers auf willkürfreie Entscheidung über seinen Antrag auf Gewährung von Akteneinsicht

Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 14.09.2011, Az.: 2 BvR 449/11
Gericht: BVerfG
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 14.09.2011
Referenz: JurionRS 2011, 25958
Aktenzeichen: 2 BvR 449/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Gladbeck - 25.01.2011 - AZ: 8 Ls-51 Js 2365/10-5/11

AG Gladbeck - 25.01.2011 - AZ: 8 Ds-50 Js 1488/10-6/11

AG Gladbeck - 07.02.2011 - AZ: 8 Ds-50 Js 1488/10-6/11

AG Gladbeck - 08.02.2011 - AZ: 8 Ls-51 Js 2365/10-5/11

Fundstellen:

AnwBl 2012, 280

NJW 2012, 141-143

NJW-Spezial 2011, 728

StRR 2011, 426-427

VRA 2012, 12

VRR 2011, 428-429

ZAR 2012, 10-11

Verfahrensgegenstand:

  1. 1.
    1. a)

      Beschluss des Amtsgerichts Gladbeck vom 8. Februar 2011 - 8 Ls-51 Js 2365/10-5/11 -,

    2. b)

      Verfügung des Amtsgerichts Gladbeck vom 25. Januar 2011 - 8 Ls-51 Js 2365/10-5/11 -,

  2. 2.
    1. a)

      Beschluss des Amtsgerichts Gladbeck vom 7. Februar 2011 - 8 Ds-50 Js 1488/10-6/11 -,

    2. b)

      Verfügung des Amtsgerichts Gladbeck vom 25. Januar 2011 - 8 Ds-50 Js 1488/10-6/11 -

Amtlicher Leitsatz:

Der Verteidiger hat einen Anspruch darauf, dass über seinen Antrag auf Gewährung von Akteneinsicht und über deren Durchführung willkürfrei entschieden wird.

In dem Verfahren
...
hat die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts
durch
den Präsidenten Voßkuhle,
und die Richter Gerhardt und Landau
am 14. September 2011
einstimmig beschlossen:

Tenor:

Die Verfügungen des Amtsgerichts Gladbeck vom 25. Januar 2011 - 8 Ds-50 Js 1488/10-6/11 - und vom 25. Januar 2011 - 8 Ls-51 Js 2365/10-5/11 - verletzen den Beschwerdeführer in seinem Grundrecht aus Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes.

Im Übrigen wird die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen.

Das Land Nordrhein-Westfalen hat dem Beschwerdeführer seine notwendigen Auslagen zu erstatten.

Der Wert des Gegenstands der anwaltlichen Tätigkeit wird auf 8.000 EUR (in Worten: achttausend Euro) festgesetzt.

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