BVerfG, 11.06.2010 - 2 BvR 1046/08 - Erforderlichkeit einer zeitnahen Blutentnahme zur Beweissicherung im Interesse einer effektiven Strafverfolgung; Gewährleistung einer effektiven nachträglichen Kontrolle der nichtrichterlichen Eilanordnung im Fall der Blutentnahme nach § 81a Abs. 1 und Abs. 2 Strafprozessordnung (StPO)

Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 11.06.2010, Az.: 2 BvR 1046/08
Gericht: BVerfG
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 11.06.2010
Referenz: JurionRS 2010, 17976
Aktenzeichen: 2 BvR 1046/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Schwabach - 12.03.2008 - AZ: 3 Cs 707 Js 61183/08

LG Nürnberg - 28.04.2008 -AZ: 5 Qs 68/08

Fundstellen:

BayVBl 2010, 623-624

Blutalkohol 2010, 356-360

DAR 2010, 454-457

DÖV 2010, 738

DVP 2011, 36-38

EuGRZ 2010, 356-359

GuT 2010, 274-275 (Pressemitteilung)

JR 2010, 400-403

JuS 2010, 1126-1127

Kriminalistik 2010, 516

Life&Law 2011, 416-421

NJ 2010, 381-382

NJW 2010, 2864-2866

NJW-Spezial 2010, 458

NStZ 2011, 289-290

NStZ 2011, 446

NZV 2010, 628-631

Polizei 2010, 302-303 (Pressemitteilung)

RÜ 2010, 515-516

StraFo 2010, 286-288

StRR 2010, 302 (Volltext mit red. LS u. Anm.)

StV 2011, 1-3

SVR 2010, 3-4

SVR 2010, 432

VRA 2010, 173

VRR 2010, 307-308

wistra 2010, 435-438

zfs 2010, 525-529

Verfahrensgegenstand:

Verfassungsbeschwerde
der Frau H...,
gegen
a) den Beschluss des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 28. April 2008 - 5 Qs 68/08 -,
b) den Beschluss des Amtsgerichts Schwabach vom 12. März 2008 - 3 Cs 707 Js 61183/08 -

In dem Verfahren
...
hat die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts
durch
die Richterin Osterloh und
die Richter Mellinghoff, Gerhardt
am 11. Juni 2010
einstimmig beschlossen:

Tenor:

Der Beschluss des Amtsgerichts Schwabach vom 12. März 2008 - 3 Cs 707 Js 61183/08 - und der Beschluss des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 28. April 2008 - 5 Qs 68/08 - verletzen, soweit darin die Rechtmäßigkeit der Blutentnahme bei der Beschwerdeführerin festgestellt wird, die Beschwerdeführerin in ihrem Recht aus Artikel 19 Absatz 4 des Grundgesetzes. Die Beschlüsse werden insoweit aufgehoben. Die Sache wird an das Landgericht Nürnberg-Fürth zur erneuten Entscheidung zurückverwiesen.

Im Übrigen wird die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen.

Der Freistaat Bayern hat der Beschwerdeführerin die notwendigen Auslagen zu einem Drittel zu erstatten.

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