BVerfG, 10.11.2010 - 1 BvR 2065/10 - Staatshaftungsanspruch einer Gesellschaft zur Verwertung von Urheberrechten von Medienunternehmen auf Schadensersatz wegen fehlerhafter Umsetzung einer Urheberrechtsrichtlinie; Ausnahmefälle von der Vorlagepflicht eines nationalen letztinstanzlichen Gerichtes in Fällen des Aufkommens von Fragen des Gemeinschaftsrechts in einem bei ihm schwebenden Verfahren; Bewusstes Abweichen von der Vorlagepflicht oder eines Falles von Unvollständigkeit der Rechtsprechung i.R.d. Umsetzung von Gemeinschaftsrecht durch ein Gericht

Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 10.11.2010, Az.: 1 BvR 2065/10
Gericht: BVerfG
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 10.11.2010
Referenz: JurionRS 2010, 27636
Aktenzeichen: 1 BvR 2065/10
 

Rechtsgrundlagen:

Art. 267 Abs. 3 AEUV

Art. 101 Abs. 1 S. 2 GG

Art. 2 RL 29/2001/EG

Art. 5 Abs. 2 RL 29/2001/EG

§ 53 UrhG

§ 54 Abs. 1 UrhG

§ 87 Abs. 4 UrhG

Fundstelle:

ZUM 2011, 236-239

Verfahrensgegenstand:

Verfassungsbeschwerde
der Verwertungsgesellschaft M... mbH,
gegen
den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 24. Juni 2010 - III ZR 140/09

Redaktioneller Leitsatz:

Ein nationales letztinstanzliches Gericht muss seiner Vorlagepflicht aus Art. 267 Abs. 3 AEUV nachkommen, wenn sich in einem bei ihm schwebenden Verfahren eine Frage des Gemeinschaftsrechts stellt, es sei denn, das Gericht hält die gestellte Frage für nicht entscheidungserheblich, die betreffende Frage ist bereits durch den Gerichtshof ausgelegt worden oder die richtige Anwendung des Gemeinschaftsrechts ist offenkundig.

In dem Verfahren
...
die 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts
durch
die Richterin Hohmann-Dennhardt und
die Richter Gaier, Paulus
gemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG
in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl. I S. 1473)
am 10. November 2010
einstimmig beschlossen:

Tenor:

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

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