BVerfG, 08.12.2011 - 1 BvR 2514/11 - Verfassungsbeschwerde bzgl. der Haftung einer Bank aus Anlageberatung wegen geltend gemachter Aufklärungspflichtverletzungen im Zusammenhang mit sogenannten Rückvergütungen

Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 08.12.2011, Az.: 1 BvR 2514/11
Gericht: BVerfG
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 08.12.2011
Referenz: JurionRS 2011, 32742
Aktenzeichen: 1 BvR 2514/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

OLG Celle - 21.04.2010 - AZ: 3 U 202/09

BGH - 09.03.2011 - AZ: XI ZR 191/10

BGH - 19.07.2011 - AZ: XI ZR 191/10

Fundstellen:

AG 2012, 128-130

BKR 2012, 23-27

DB 2012, 341-343

EWiR 2012, 103

Kreditwesen 2012, 487-488

NJW 2012, 443-444

NWB 2012, 457

NWB direkt 2012, 134

VuR 2012, 110-111

WM 2012, 68-69

WuB 2012, 201-203

ZBB 2012, 66-67

ZBB 2012, 134-137

ZIP 2012, 164-167

Verfahrensgegenstand:

Verfassungsbeschwerde
der C... Aktiengesellschaft,
vertreten durch den Vorstand,

...

gegen

  1. a)

    den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 19. Juli 2011 - XI ZR 191/10 -,

  2. b)

    den Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 9. März 2011 - XI ZR 191/10 -,

  3. c)

    das Urteil des Oberlandesgerichts Celle vom 21. April 2010 - 3 U 202/09 -

Redaktioneller Leitsatz:

1.

Über Kapitalanlagen beratende Banken sind verpflichtet, die Anleger über Rückvergütungen aufzuklären.

2.

Die Vermutung aufklärungsrichtigen Verhaltens einer Bank greift dann nicht ein, wenn eine pflichtgemäße Aufklärung beim Anleger einen Entscheidungskonflikt ausgelöst hätte, weil es vernünftigerweise nicht nur eine, sondern mehrere Möglichkeiten aufklärungsrichtigen Verhaltens gab.

3.

Die mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 19. Dezember 2006 begründete Rechtsprechung zur Aufklärungspflicht einer beratenden Bank über an sie verdeckt fließende Rückvergütungen enthält keine unter dem Gesichtspunkt rechtsstaatlich gebotenen Vertrauensschutzes bedenkliche Rechtsprechungsänderung.

In dem Verfahren

...

hat die 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch

den Vizepräsidenten Kirchhof,
den Richter Schluckebier
und die Richterin Baer

gemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473) am 8. Dezember 2011 einstimmig beschlossen:

Tenor:

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

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