BVerfG, 04.10.2011 - 1 BvL 3/08 - Zulässigkeit der Vorlage eines das Recht der Europäischen Union durchsetzenden Gesetzes nach Art. 100 Abs. 1 S. 1 GG an das Bundesverfassungsgericht

Bundesverfassungsgericht
Beschl. v. 04.10.2011, Az.: 1 BvL 3/08
Gericht: BVerfG
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 04.10.2011
Referenz: JurionRS 2011, 26414
Aktenzeichen: 1 BvL 3/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

FG Sachsen-Anhalt - 20.12.2007 - AZ: 1 K 290/01

Rechtsgrundlagen:

Art. 23 Abs. 1 GG

Art. 100 Abs. 1 S. 1 GG

Art. 267 Abs. 1 AEUV

Art. 267 Abs. 2 AEUV

Art. 267 Abs. 3 AEUV

Art. 288 Abs. 3 AEUV

Art. 288 Abs. 4 AEUV

Fundstellen:

BVerfGE 129, 186 - 208

AnwBl 2012, 39-41

AuR 2011, 505

AUR 2011, 505

BayVBl 2012, 269-272

BFH/NV 2011, 2220-2221

DB 2011, 2468-2469

DÖV 2012, 75

DStR 2011, 2141-2145

DStRE 2011, 1488-1489

DVBl 2011, 3

EuGRZ 2011, 658-664

EuZW 2012, 232-235

EWS 2011, 467-473

FamRZ 2011, 1925

GuT 2011, 454-455 (Pressemitteilung)

HFR 2011, 1367-1370

JA 2012, 77

JuS 2011, 8

JZ 2012, 511-515

NJW 2012, 45-48

NJW 2011, 6 "Europarechtlicher Umsetzungsspielraum"

RIW/AWD 2011, 864-869

StBW 2011, 1018-1019

ZAP 2011, 1134

ZAP EN-Nr. 728/2011

Verfahrensgegenstand:

Die verfassungsrechtlichen Prüfung,
ob § 2 Satz 2 Nr. 4 des Investitionszulagengesetzes 1996 in der Fassung des Steuerentlastungsgesetzes 1999 vom 19. Dezember 1998 insoweit mit Art. 20 Abs. 3 des Grundgesetzes vereinbar ist, als die Vorschrift auch Investitionen umfasst, bezüglich derer der Investor eine bindende Investitionsentscheidung vor dem 28. September 1998 getroffen hat,
- Aussetzungs- und Vorlagebeschluss des Finanzgerichts des Landes Sachsen-Anhalt vom 20. Dezember 2007 (1 K 290/01) -

Amtlicher Leitsatz:

  1. 1

    Die Vorlage eines Gesetzes, das Recht der Europäischen Union umsetzt, nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG an das Bundesverfassungsgericht ist unzulässig, wenn das vorlegende Gericht nicht geklärt hat, ob das von ihm als verfassungswidrig beurteilte Gesetz in Umsetzung eines dem nationalen Gesetzgeber durch das Unionsrecht verbleibenden Gestaltungsspielraums ergangen ist.

  2. 2

    Das vorlegende Gericht muss hierfür gegebenenfalls ein Vorabentscheidungsverfahren zum Europäischen Gerichtshof nach Art. 267 Abs. 1 AEUV einleiten, unabhängig davon, ob es ein letztinstanzliches Gericht ist.

In dem Verfahren
...
hat das Bundesverfassungsgericht - Erster Senat -
unter Mitwirkung der Richterinnen und Richter
Vizepräsident Kirchhof,
Gaier,
Eichberger,
Schluckebier,
Masing,
Paulus,
Baer,
Britz
am 4. Oktober 2011
beschlossen:

Tenor:

Die Vorlage ist unzulässig.

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