BSG, 28.10.2009 - B 14 AS 56/08 R - Anspruch auf Grundsicherung für Arbeitsuchende; Erfordernis und Wirksamkeit der Antragstellung

Bundessozialgericht
Urt. v. 28.10.2009, Az.: B 14 AS 56/08 R
Gericht: BSG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 28.10.2009
Referenz: JurionRS 2009, 31900
Aktenzeichen: B 14 AS 56/08 R
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

SG Dresden - 11.07.2007 - AZ: S 23 AS 1582/06

LSG Sachsen - 15.05.2008 - AZ: L 2 AS 123/07

Fundstellen:

AuR 2010, 46

AUR 2010, 46

FA 2010, 191

FEVS 2010, 486-491

NZS 2010, 149-150

SGb 2009, 714-715

SGb 2010, 215

SGb 2010, 731-735

ZFE 2010, 355-357

ZfF 2011, 64-65

Redaktioneller Leitsatz:

1. Der Antrag auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB 2 ist an keine Form gebunden.

2. Nach Antragstellung hat die Behörde das Verwaltungsverfahren nach den Regelungen des SGB 1 und des SGB 10 durchzuführen. Eine Verwirkung des Antragsrechts nach den Grundsätzen von Treu und Glauben kommt im Regelfall nicht in Betracht.

in dem Rechtsstreit

Az: B 14 AS 56/08 R

L 2 AS 123/07 (Sächsisches LSG)

S 23 AS 1582/06 (SG Dresden)

...............................,

Kläger und Revisionskläger,

Prozessbevollmächtigter: ..............................................,

gegen

Arbeitsgemeinschaft Dresden,

Budapester Straße 30, 01069 Dresden,

Beklagte und Revisionsbeklagte.

Der 14. Senat des Bundessozialgerichts hat auf die mündliche Verhandlung vom 28. Oktober 2009 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. U d s c h i n g , den Richter Dr. S p e l l b r i n k und die Richterin Dr. D ü r i n g sowie die ehrenamtliche Richterin Gehrke und den ehrenamtlichen Richter Dr. A n d r e s e n

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des Sächsischen Landessozialgerichts vom 15. Mai 2008 aufgehoben und die Berufung der Beklagten gegen den Gerichtsbescheid des Sozialgerichts Dresden vom 11. Juli 2007 zurückgewiesen.

Die Beklagte hat die außergerichtlichen Kosten des Klägers für den gesamten Rechtsstreit zu erstatten.

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