BSG, 22.03.2010 - B 4 AS 62/09 R - Anspruch auf Grundsicherung für Arbeitsuchende; Leistungen für Unterkunft und Heizung; Übernahme einer Betriebskostennachforderungen und Heizkostennachforderung

Bundessozialgericht
Urt. v. 22.03.2010, Az.: B 4 AS 62/09 R
Gericht: BSG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 22.03.2010
Referenz: JurionRS 2010, 18709
Aktenzeichen: B 4 AS 62/09 R
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

SG Köln - 11.04.2008 - AZ: S 6 AS 246/07

LSG Nordrhein-Westfalen - 22.01.2009 - AZ: L 7 AS 44/08

Fundstellen:

info also 2010, 231

info also 2010, 281

SGb 2010, 346-347

ZfF 2011, 137

Amtlicher Leitsatz:

Der aufgrund einer Betriebs- und Heizkostennachforderung des Vermieters während eines laufenden Leistungsbezugs nach dem SGB 2 entstandene tatsächliche Bedarf an höheren Leistungen für Unterkunft und Heizung muss nicht gesondert durch Antrag geltend gemacht werden und wird nicht dadurch zu einer Mietschuld, dass die Nachforderung nicht innerhalb einer vom Vermieter gesetzten Frist beglichen wird.

in dem Rechtsstreit

Az: B 4 AS 62/09 R

L 7 AS 44/08 (LSG Nordrhein-Westfalen)

S 6 AS 246/07 (SG Köln)

1. .....................................................................,

2. .....................................................................,

3. .....................................................................,

4. .....................................................................,

5. .....................................................................,

6. .....................................................................,

7. .....................................................................,

8. .....................................................................,

9. .....................................................................,

Kläger und Revisionsbeklagte,

Prozessbevollmächtigte zu 1. bis 9.: ..............................................,

gegen

ARGE Rhein-Sieg,

Markt 3, 53757 Sankt Augustin,

Beklagte und Revisionsklägerin.

Der 4. Senat des Bundessozialgerichts hat auf die mündliche Verhandlung vom 22. März 2010 durch den Vorsitzenden Richter Dr. V o e l z k e , die Richterinnen S. K n i c k r e h m und B e h r e n d sowie die ehrenamtliche Richterin E n d e und den ehrenamtlichen Richter J o h a n n s e n

für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen vom 22. Januar 2009 wird mit der Maßgabe zurückgewiesen, dass die Beklagte unter Aufhebung des Bescheids vom 14. Juni 2007 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 9. Oktober 2007 sowie unter Änderung des Bescheides vom 10. Januar 2007 verurteilt wird, den Klägern auf die Heiz- und Nebenkostenabrechnung vom 21. März 2007 Leistungen für Unterkunft und Heizung in Höhe von 976 Euro zu leisten.

Die Beklagte trägt die außergerichtlichen Kosten der Kläger im Revisionsverfahren.

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