BSG, 17.12.2009 - B 4 AS 30/09 R - Anspruch auf Arbeitslosengeld II; Absenkung der Leistung wegen Nichtaufnahme einer Arbeitsgelegenheit; Hinreichende Bestimmtheit des Bescheides

Bundessozialgericht
Urt. v. 17.12.2009, Az.: B 4 AS 30/09 R
Gericht: BSG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 17.12.2009
Referenz: JurionRS 2009, 33459
Aktenzeichen: B 4 AS 30/09 R
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

SG Regensburg - 22.01.2008 - AZ: S 13 AS 454/06

LSG Bayern - 11.12.2008 - AZ: L 7 AS 100/08

Fundstellen:

FA 2010, 256

info also 2010, 134-135

NJ 2010, 262

NZA 2010, 804

NZS 2010, 586

SGb 2010, 84-85

Amtlicher Leitsatz:

1. Die Aufhebung einer Bewilligungsentscheidung wegen des Eintritts einer Sanktion setzt keinen vorgeschalteten, zusätzlichen feststellenden Verwaltungsakt voraus.

2. Die Wirksamkeit einer Rechtsfolgenbelehrung erfordert, dass sie konkret, richtig und vollständig ist, zeitnah im Zusammenhang mit dem jeweiligen Angebot erfolgt, sowie dem erwerbsfähigen Hilfebedürftigen in verständlicher Form erläutert, welche unmittelbaren und konkreten Auswirkungen aus seinem Verhalten folgen.

in dem Rechtsstreit

Az: B 4 AS 30/09 R

L 7 AS 100/08 (Bayerisches LSG)

S 13 AS 454/06 (SG Regensburg)

.............................................,

Kläger und Revisionskläger,

Prozessbevollmächtigte: .....................................,

gegen

Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigung und Integration

für den Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg,

Jahnstraße 4, 92224 Amberg,

Beklagte und Revisionsbeklagte,

Prozessbevollmächtigte: ..........................................

Der 4. Senat des Bundessozialgerichts hat auf die mündliche Verhandlung vom 17. Dezember 2009 durch den Vorsitzenden Richter Dr. V o e l z k e , die Richterinnen S. K n i c k r e h m und B e h r e n d sowie die ehrenamtlichen Richter D e l l m a n n und Dr. G r i e s h a b e r

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Klägers werden die Urteile des Bayerischen Landessozialgerichts vom 11. Dezember 2008 und des Sozialgerichts Regensburg vom 22. Januar 2008 sowie der Bescheid vom 2. Februar 2006 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 6. Juli 2006 aufgehoben.

Die Beklagte trägt die außergerichtlichen Kosten des Klägers in allen Rechtszügen.

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