BSG, 10.03.2010 - B 3 KR 36/09 B - Zuständigkeit im sozialgerichtlichen Verfahren bei Entscheidungen von Schiedsverfahren nach § 18a Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) i.V.m. § 120 Abs. 4 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V)

Bundessozialgericht
Beschl. v. 10.03.2010, Az.: B 3 KR 36/09 B
Gericht: BSG
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 10.03.2010
Referenz: JurionRS 2010, 16995
Aktenzeichen: B 3 KR 36/09 B
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

SG München - 23.11.2006 - AZ: S 2 KR 862/05

LSG Bayern - 10.03.2009 - AZ: L 5 KR 102/07

Fundstelle:

GesR 2010, 415-424

Redaktioneller Leitsatz:

1. Handelt es sich bei der Streitigkeit über die Rechtmäßigkeit einer Schiedsstellenentscheidung zur Vergütung der Leistungen einer zahnärztlichen Hochschulambulanz um eine krankenversicherungsrechtliche Streitigkeit im Sinne von § 51 Abs. 1 Nr. 2 SGG oder um eine vertragsarztrechtliche Streitigkeit im Sinne von § 10 Abs. 2 SGG?

2. Nach welchen Kriterien ist die besondere Zuständigkeit einer Kammer/eines Senats für Angelegenheiten des Vertragsarztrechts (§ 10 Abs. 2 SGG) von der allgemeinen Zuständigkeit einer Kammer/eines Senats für Angelegenheiten der gesetzlichen Krankenversicherung (§ 51 Abs. 1 Nr. 2 SGG) abzugrenzen? [Nicht amtlich veröffentlichte Entscheidung]

in dem Rechtsstreit

Az: B 3 KR 36/09 B

L 5 KR 102/07 (Bayerisches LSG)

S 2 KR 862/05 (SG München)

1. AOK Bayern - Die Gesundheitskasse,

Carl-Wery-Straße 28, 81739 München,

2. Verband der Ersatzkassen e.V. - vdek,

Askanischer Platz 1, 10963 Berlin,

3. BKK-Landesverband Bayern,

Züricher Straße 25, 81476 München,

4. Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, Verwaltungsstelle München,

Friedrichstraße 19, 80801 München,

5. Funktioneller Landesverband der Landwirtschaftlichen Krankenkassen und Pflegekassen in Bayern,

Neumarkter Straße 35, 81673 München,

6. SIGNAL IDUNA IKK,

Reichenbacher Straße 20, 91126 Schwabach,

Kläger und Beschwerdeführer,

zu 1. bis 6.: .................................................,

g e g e n

Schiedsstelle Bayern nach § 18 a KHG

c/o Geschäftsstelle AOK Bayern,

Carl-Wery-Straße 28, 81739 München,

Beklagte und Beschwerdegegnerin,

beigeladen:

1. ............................................,

Prozessbevollmächtigte: .................................................,

2. PKV Verband der privaten Krankenversicherung e.V.,

Bayenthalgürtel 26, 50968 Köln.

Der 3. Senat des Bundessozialgerichts hat am 10. März 2010 ohne mündliche Verhandlung durch den Vorsitzenden Richter Dr. Hambüchen, die Richter Schriever und Dr. Schütze sowie die ehrenamtlichen Richter Herrmanny und Koch

beschlossen:

Tenor:

1. Das Verfahren wird ausgesetzt.

2. Dem Großen Senat des Bundessozialgerichts werden gemäß § 41 Abs 4 SGG folgende Rechtsfragen wegen grundsätzlicher Bedeutung zur Entscheidung vorgelegt:

a) Handelt es sich bei der Streitigkeit über die Rechtmäßigkeit einer Schiedsstellenentscheidung zur Vergütung der Leistungen einer zahnärztlichen Hochschulambulanz um eine krankenversicherungsrechtliche Streitigkeit im Sinne von § 51 Abs 1 Nr 2 SGG oder um eine vertragsarztrechtliche Streitigkeit im Sinne von § 10 Abs 2 SGG?

b) Nach welchen Kriterien ist die besondere Zuständigkeit einer Kammer/eines Senats für Angelegenheiten des Vertragsarztrechts (§ 10 Abs 2 SGG) von der allgemeinen Zuständigkeit einer Kammer/eines Senats für Angelegenheiten der gesetzlichen Krankenversicherung (§ 51 Abs 1 Nr 2 SGG) abzugrenzen?

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