BSG, 08.09.2011 - B 3 P 4/10 R - Finanzierung stationärer Pflegeeinrichtungen; Gesonderte Berechnung von betriebsnotwendigen Investitionsaufwendungen; Umlegung von Erbbauzinsen und fiktiven Eigenkapitalzinsen sowie Rückstellungen für spätere Investitionen auf die versorgten Heimbewohner

Bundessozialgericht
Urt. v. 08.09.2011, Az.: B 3 P 4/10 R
Gericht: BSG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 08.09.2011
Referenz: JurionRS 2011, 34596
Aktenzeichen: B 3 P 4/10 R
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LSG Sachsen-Anhalt - 11.05.2010 - AZ: L 4 P 1/07

nachgehend:

BVerfG - 13.07.2016 - AZ: 1 BvR 617/12; 1 BvR 618/12

Fundstellen:

DStR 2012, 1143

KrV 2012, 71

SGb 2011, 635-636

in dem Rechtsstreit

Az: B 3 P 4/10 R

L 4 P 1/07 (LSG Sachsen-Anhalt)

S 12 P 27/00 (SG Magdeburg)

...........................................,

Klägerin und Revisionsklägerin,

Prozessbevollmächtigte: .........................................,

gegen

Land Sachsen-Anhalt,

vertreten durch das Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt,

Turmschanzenstraße 25, 39114 Magdeburg,

Beklagter und Revisionsbeklagter.

Der 3. Senat des Bundessozialgerichts hat auf die mündliche Verhandlung vom 8. September 2011 durch den Vorsitzenden Richter Dr. H a m b ü c h e n , die Richter S c h r i e v e r und Dr. S c h ü t z e sowie die ehrenamtlichen Richter H e r r m a n n y und R i e d l

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Klägerin werden die Urteile des Landessozialgerichts Sachsen-Anhalt vom 11. Mai 2010 und des Sozialgerichts Magdeburg vom 8. Dezember 2006 sowie der Bescheid des Beklagten vom 7. April 2000 in der Fassung der Bescheide vom 18. Mai 2005 und vom 9. September 2005 geändert. Der Beklagte wird verpflichtet, die Zustimmung zur gesonderten Berechnung von betriebsnotwendigen Investitionsaufwendungen für die Pflegeeinrichtung "Seniorenpflegeheim S." für den Zeitraum vom 6. Dezember 1999 bis 31. Dezember 2000 in Höhe von weiteren 0,20 Euro für Erbbauzinsen pro Pflegetag und Heimplatz zu erteilen.

Im Übrigen wird die Revision zurückgewiesen.

Die Beklagte trägt die außergerichtlichen Kosten der Klägerin zu 1/25 in allen Rechtszügen; im Übrigen sind Kosten nicht zu erstatten.

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