BSG, 07.10.2009 - B 11 AL 25/08 R - Anspruch auf Arbeitslosengeld bei Wohnsitz im Ausland und fehlender Grenzgängereigenschaft

Bundessozialgericht
Urt. v. 07.10.2009, Az.: B 11 AL 25/08 R
Gericht: BSG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 07.10.2009
Referenz: JurionRS 2009, 32895
Aktenzeichen: B 11 AL 25/08 R
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

SG Aachen - 28.11.2006 - AZ: S 11 AL 50/06

LSG Nordrhein-Westfalen - 18.06.2008 - AZ: L 12 AL 178/06

Rechtsgrundlagen:

Art. 71 Abs. 1 EWGV 1408/71

Art. 3 Abs. 1 GG

§ 30 Abs. 1 SGB I

§ 118 SGB III

§ 119 SGB III

Fundstellen:

BSGE 104, 280 - 285

ArbRB 2009, 318 (Pressemitteilung)

AuR 2009, 437

AUR 2009, 437

Breith. 2010, 697-701

DB 2010, 8

FA 2010, 190

info also 2010, 170

LGP 2010, 93

NZS 2010, 147

SGb 2010, 211

SGb 2011, 109-111

SGb 2009, 712

StX 2010, 96

Amtlicher Leitsatz:

§ 30 Abs 1 SGB 1 ist verfassungskonform dahingehend auszulegen, dass der grenznahe Auslandswohnsitz dem Arbeitslosengeldanspruch eines zuvor in Deutschland wohnhaften und beitragspflichtigen Arbeitnehmers nicht entgegensteht, wenn die übrigen Leistungsvoraussetzungen erfüllt sind (Anschluss an BVerfG vom 30.12.1999 - 1 BvR 809/95 = SozR 3-1200 § 30 Nr 20).

in dem Rechtsstreit

Az: B 11 AL 25/08 R

L 12 AL 178/06 (LSG Nordrhein-Westfalen)

S 11 AL 50/06 (SG Aachen)

.........................................................,

Kläger und Revisionskläger,

Prozessbevollmächtigte: .........................................,

gegen

Bundesagentur für Arbeit,

Regensburger Straße 104, 90478 Nürnberg,

Beklagte und Revisionsbeklagte.

Der 11. Senat des Bundessozialgerichts hat auf die mündliche Verhandlung vom 7. Oktober 2009 durch die Vizepräsidentin Dr. W e t z e l - S t e i n w e d e l , den Richter Dr. L e i t h e r e r und die Richterin Dr. R o o s sowie die ehrenamtliche Richterin E n d e und den ehrenamtlichen Richter W i n n e f e l d

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Klägers werden die Urteile des Sozialgerichts Aachen vom 28. November 2006 und des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen vom 18. Juni 2008 aufgehoben.

Die Beklagte wird unter Aufhebung des Bescheides vom 13. Februar 2006 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 3. April 2006 verurteilt, dem Kläger vom 6. Januar bis 20. August 2006 Arbeitslosengeld zu zahlen.

Die Beklagte hat dem Kläger die außergerichtlichen Kosten des Rechtsstreits zu erstatten.

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