BSG, 07.10.2009 - B 11 AL 18/08 R - Anspruch auf Insolvenzgeld; Berücksichtigung von Kosten einer Zwangsvollstreckung als insolvenzfähiges Arbeitsentgelt

Bundessozialgericht
Urt. v. 07.10.2009, Az.: B 11 AL 18/08 R
Gericht: BSG
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 07.10.2009
Referenz: JurionRS 2009, 32639
Aktenzeichen: B 11 AL 18/08 R
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LSG Rheinland-Pfalz - 26.04.2007 - AZ: L 1 AL 118/06

SG Speyer - 07.03.2006 - AZ: S 1 AL 1272/04

Fundstellen:

BSGE 104, 278 - 280

ArbRB 2010, 147

Breith. 2010, 595-597

DB 2010, 9

DB 2010, 1243

FA 2010, 191

info also 2010, 170

JurBüro 2010, 322-324

NZI 2010, 873-874

NZI 2010, 855-856

SGb 2009, 712

ZIP 2010, 1257-1258

Amtlicher Leitsatz:

Kosten der Zwangsvollstreckung, die vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei der Beitreibung rückständigen Arbeitsentgelts entstanden und nach Zahlung durch den Arbeitgeber in der durch § 367 Abs 1 BGB bestimmten Tilgungsreihenfolge verrechnet worden sind, mindern nicht die Höhe des für den Anspruch auf Insolvenzgeld maßgeblichen Arbeitsentgelts (Abgrenzung zu BSG vom 28.2.1985 - 10 RAr 19/83 = SozR 4100 § 141b Nr 35 und vom 15.12.1992 - 10 RAr 2/92 = SozR 3-4100 § 141b Nr 5).

in dem Rechtsstreit

Az: B 11 AL 18/08 R

L 1 AL 118/06 (LSG Rheinland-Pfalz)

S 1 AL 1272/04 (SG Speyer)

.................................... ,

Kläger und Revisionskläger,

Prozessbevollmächtigte: .....................................,

gegen

Bundesagentur für Arbeit,

Regensburger Straße 104, 90478 Nürnberg,

Beklagte und Revisionsbeklagte.

Der 11. Senat des Bundessozialgerichts hat auf die mündliche Verhandlung vom 7. Oktober 2009 durch die Vizepräsidentin Dr . W e t z e l - S t e i n w e d e l , den Richter Dr . L e i t h e r e r und die Richterin Dr . R o o s sowie die ehrenamtliche Richterin E n d e und den ehrenamtlichen Richter W i n n e f e l d

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des Landessozialgerichts Rheinland-Pfalz vom 26. April 2007 aufgehoben und die Berufung der Beklagten gegen das Urteil des Sozialgerichts Speyer vom 7. März 2006 zurückgewiesen.

Die Beklagte hat dem Kläger die außergerichtlichen Kosten des Berufungs- und des Revisionsverfahrens zu erstatten.

Diese Artikel im Bereich Arbeit und Betrieb könnten Sie interessieren

Krankheitsbedingte Kündigung ohne betriebliches Eingliederungsmanagement

Krankheitsbedingte Kündigung ohne betriebliches Eingliederungsmanagement

Immer wieder werden Arbeitsvertragsparteien vor folgenden Sachverhalt gestellt: der lange erkrankte, zwischenzeitlich durchaus (auch mal wieder) arbeitende Arbeitnehmer wird mit der Begründung auf… mehr

LAG Nürnberg: Diskriminierung in Sozialplan bei Kinderzuschlag

LAG Nürnberg: Diskriminierung in Sozialplan bei Kinderzuschlag

Sozialpläne berücksichtigen insbesondere bei der Bemessung von Abfindungsleistungen regelmäßig, ob der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin unterhaltspflichtige Kinder hat. Dabei wird nicht selten -… mehr

Schadensersatz bei verspäteter Lohnzahlung

Schadensersatz bei verspäteter Lohnzahlung

"Da wird sich mancher Arbeitgeber doch die Augen reiben!" mehr