BGH, 30.09.2011 - V ZR 17/11 - Verpflichtung der anderen Partei zur Mitwirkung an der Anpassung bei Anspruch des durch eine Störung der Geschäftsgrundlage benachteiligten Partei auf Vertragsanpassung

Bundesgerichtshof
Urt. v. 30.09.2011, Az.: V ZR 17/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 30.09.2011
Referenz: JurionRS 2011, 28010
Aktenzeichen: V ZR 17/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Paderborn - 12.07.2010 - AZ: 4 O 66/10

OLG Hamm - 13.12.2010 - AZ: I-22 U 120/10

Fundstellen:

BGHZ 191, 139 - 150

BB 2011, 2945

DB 2011, 2774

DVP 2012, 219

GuT 2011, 263-266

Info M 2012, 129

Info M 2012, 128

Info M 2012, 127

JA 2012, 704

JurBüro 2012, 164

JZ 2012, 418-421

Life&Law 2012, 69

MDR 2011, 1468-1469

Mitt. 2012, 248 "Vertragsanpassung"

MittBayNot 2013, 375-378

NJ 2012, 5

NJW 2011, 6 "Schadensersatzpflicht"

NJW 2012, 373-376 "Annahme gleich großer Grundstücke"

NWB 2011, 4086-4087

NWB direkt 2011, 1274-1275

NZM 2012, 168-171

RÜ 2012, 69-74

StX 2012, 46-47

VersR 2012, 72-74

WM 2012, 959-963

ZAP 2012, 103

ZAP EN-Nr. 57/2012

ZfIR 2012, 39

ZNotP 2012, 28-31

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 313 Abs. 1

  1. a)

    Der Anspruch der durch eine Störung der Geschäftsgrundlage benachteiligten Partei auf Vertragsanpassung verpflichtet die andere Partei, an der Anpassung mitzuwirken. Wird die Mitwirkung verweigert, kann die benachteiligte Partei auf Zustimmung zu der als angemessen erachteten Anpassung oder unmittelbar auf die Leistung klagen, die sich aus dieser Anpassung ergibt.

  2. b)

    Die Verletzung der Verpflichtung, an der Anpassung des Vertrages mitzuwirken, kann Schadensersatzansprüche nach § 280 Abs. 1 BGB auslösen. Zu einem Rücktritt vom Vertrag berechtigt sie die benachteiligte Partei nur unter den Voraussetzungen des § 313 Abs. 3 BGB.

Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 30. September 2011 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Krüger, die Richterin Dr. Stresemann, den Richter Dr. Roth und die Richterinnen Dr. Brückner und Weinland

für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des 22. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom 13. Dezember 2010 aufgehoben.

Die Berufung des Beklagten gegen das Urteil der 4. Zivilkammer des Landgerichts Paderborn vom 12. Juli 2010 wird zurückgewiesen.

Auf die Anschlussberufung der Klägerin wird das Urteil der 4. Zivilkammer des Landgerichts Paderborn vom 12. Juli 2010 geändert. Der Beklagte wird verurteilt, an die Klägerin 1.761,08 ? nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszins seit dem 18. Februar 2010 zu zahlen.

Der Beklagte trägt die Kosten der Rechtsmittelverfahren.

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