BGH, 30.09.2010 - IX ZR 136/08 - Überschreitung der Grenzen des Aufklärungsermessens des Gerichts bei der Prüfung der haftungsausfüllenden Kausalität im Hinblick auf das einseitige Folgen eines von einem Prozessbeteiligten benannten Zeugen ohne Vernehmung des vom Prozessgegner angebotenen Zeugen

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 30.09.2010, Az.: IX ZR 136/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 30.09.2010
Referenz: JurionRS 2010, 27398
Aktenzeichen: IX ZR 136/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Köln - 05.07.2007 - AZ: 30 O 116/06

OLG Köln - 19.06.2008 - AZ: 12 U 88/07

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    Die Nichtberücksichtigung eines Beweisangebots verletzt auch dann den Anspruch der betreffenden Partei auf Gewährung rechtlichen Gehörs gem. Art. 103 Abs. 1 GG, wenn der Tatrichter dieses Vorbringen zwar zur Kenntnis genommen hat, das Unterlassen der gebotenen Beweisaufnahme aber im Prozessrecht keine Stütze mehr findet.

  2. 2.

    Verlangt ein Mandant von seinem Rechtsanwalt wegen eines Beratungsfehlers Schadensersatz mit der Begründung, dass er bei ordnungsgemäßer Beratung den eingetretenen Schaden durch beratungskonformes Verhalten vermieden hätte, darf ein Beweisantritt zu dem insoweit behaupteten hypothetische Verhalten auch im Rahmen des § 287 Abs. 1 Satz 2 ZPO nicht durch Würdigung von Indiztatsachen übergangen werden. Eine freie richterliche Würdigung des Sachvortrags ohne vollständige Beweiserhebung genügt in einem solchen Fall nicht.

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
durch
den Vorsitzenden Richter Dr. Ganter,
den Richter Vill,
die Richterin Lohmann,
die Richter Dr. Fischer und Dr. Pape
am 30. September 2010
beschlossen:

Tenor:

Auf die Beschwerde des Beklagten wird die Revision gegen das Urteil des 12. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln vom 19. Juni 2008 zugelassen.

Auf die Revision des Beklagten wird das vorbezeichnete Urteil aufgehoben und die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

Der Wert für das Revisionsverfahren wird auf 76.351,75 EUR festgesetzt.

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