BGH, 29.03.2011 - VI ZR 133/10 - Ein zahnärztlicher Behandlungsfehler kann ein vertragswidriges Verhalten im Sinne des § 628 Abs. 1 S. 2 Alt. 2 BGB sein; Voraussetzungen des Verlusts eines Vergütungsanspruchs wegen vertragswidrigen Verhaltens bei einem zahnärztlichen Behandlungsvertrag

Bundesgerichtshof
Urt. v. 29.03.2011, Az.: VI ZR 133/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 29.03.2011
Referenz: JurionRS 2011, 15484
Aktenzeichen: VI ZR 133/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Darmstadt - 01.04.2008 - AZ: 8 O 164/05

OLG Frankfurt am Main - 22.04.2010 - AZ: 22 U 153/08

Fundstellen:

ArztR 2011, 277

GesR 2011, 414-417

MDR 2011, 724-725

MedR 2012, 38-40

NJ 2011, 421-422

NJW 2011, 1674-1675

VersR 2011, 883-884

ZGS 2011, 295

ZMGR 2011, 232-235

ZWD 2011, 2

Amtlicher Leitsatz:

BGB § 628 Abs. 1 Satz 2 Fall 2

  1. a)

    Bei einem (zahn-)ärztlichen Behandlungsvertrag setzt der Verlust des Vergütungsanspruchs wegen vertragswidrigen Verhaltens nach § 628 Abs. 1 Satz 2 Fall 2 BGB nicht voraus, dass das vertragswidrige Verhalten als schwerwiegend oder als wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB anzusehen ist.

  2. b)

    Ein geringfügiges vertragswidriges Verhalten lässt die Pflicht, die bis zur Kündigung erbrachten Dienste zu vergüten, unberührt.

  3. c)

    Ein (zahn-)ärztlicher Behandlungsfehler kann vertragswidriges Verhalten im Sinne des § 628 Abs. 1 Satz 2 Fall 2 BGB sein.

Auf die Revision der Klägerin wird das Urteil des 22. Zivilsenats in Darmstadt des Oberlandesgerichts Frankfurt a. M. vom 22. April 2010 aufgehoben.

Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zurückverwiesen.

Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 29. März 2011
durch
den Vorsitzenden Richter Galke,
die Richter Wellner, Pauge und Stöhr und
die Richterin von Pentz
für Recht erkannt:

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