BGH, 27.08.2009 - 4 StR 306/09 - Freiwilliger Rücktritt vom unbeendeten Versuch der räuberischen Erpressung bei Verlassen des Tatorts auf Aufforderung eines Dritten

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 27.08.2009, Az.: 4 StR 306/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 27.08.2009
Referenz: JurionRS 2009, 22265
Aktenzeichen: 4 StR 306/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Münster - 20.01.2009

Rechtsgrundlage:

§ 24 Abs. 1 StGB

Fundstelle:

NStZ-RR 2009, 366-367

Verfahrensgegenstand:

Versuchte räuberische Erpressung u.a.

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    Freiwilligkeit liegt vor, wenn der Täter noch Herr seiner Entschlüsse geblieben ist und die Ausführung seines Verbrechensplans noch für möglich gehalten hat, er also weder durch eine äußere Zwangslage daran gehindert noch durch einen seelischen Druck unfähig geworden ist, die Tat zu vollbringen.

  2. 2.

    Die Annahme von Freiwilligkeit wird nicht allein dadurch ausgeschlossen, dass der Anstoß zum Umdenken von außen gekommen ist oder die Abstandnahme von der Tat nach dem Einwirken von Dritten erfolgt ist.

Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf Antrag des Generalbundesanwalts und des Beschwerdeführers
am 27. August 2009
gemäß § 349 Abs. 4 StPO
beschlossen:

Tenor:

  1. 1.

    Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Münster vom 20. Januar 2009 mit den Feststellungen aufgehoben.

  2. 2.

    Die Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

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