BGH, 26.10.2011 - IV ZR 150/10 - Ausschluss eines vor dem 1. Juli 1949 geborenen nichtehelichen Kindes und seiner Abkömmlinge vom Erbrecht nach dem Vater und dessen Verwandten in bis zum 28. Mai 2009 eingetretenen Erbfällen

Bundesgerichtshof
Urt. v. 26.10.2011, Az.: IV ZR 150/10
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 26.10.2011
Referenz: JurionRS 2011, 28529
Aktenzeichen: IV ZR 150/10
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Hamburg - 21.01.2010 - AZ: 309 O 278/09

OLG Hamburg - 15.06.2010 - AZ: 2 U 8/10

Rechtsgrundlagen:

Art. 3 Abs. 1 GG

Art. 6 Abs. 5 GG

Art. 12 § 10 Abs. 2 NEhelG a.F.

Fundstellen:

BGHZ 191, 229 - 245

DNotZ 2012, 212-216

EE 2012, 150-152

ErbR 2012, 17-24

FamRB 2012, 120

FamRZ 2012, 119

GuT 2011, 339-340 (Pressemitteilung)

JR 2013, 26-31

JurBüro 2012, 220

MDR 2011, 8

MDR 2012, 101-103

NJ 2011, 8

NJW 2012, 6

NJW 2012, 231-235

NotBZ 2011, 7

NWB 2011, 3920

NWB direkt 2011, 1225

RENOpraxis 2012, 56

Rpfleger 2012, 75-79

WM 2012, 1047-1052

ZAP 2012, 105

ZAP EN-Nr. 66/2012

ZEV 2012, 32-37

ZEV 2011, 6

ZNotP 2012, 63-68

Amtlicher Leitsatz:

GG Art. 3 Abs. 1, 6 Abs. 5; NEhelG a.F. Art. 12 § 10 Abs. 2

Ein vor dem 1. Juli 1949 geborenes nichteheliches Kind und seine Abkömmlinge sind in bis zum 28. Mai 2009 eingetretenen Erbfällen weiterhin vom Erbrecht nach dem Vater und dessen Verwandten ausgeschlossen.

Es verstößt nicht gegen Art. 6 Abs. 5 GG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GG, dass Art. 12 § 10 Abs. 2 NEhelG a.F. durch das Zweite Gesetz zur erbrechtlichen Gleichstellung nichtehelicher Kinder, zur Änderung der Zivilprozessordnung und der Abgabenordnung vom 12. April 2011 (BGBl. I 615) erst mit Wirkung zum 29. Mai 2009 aufgehoben worden ist.

Der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Richter Wendt, die Richterin Harsdorf-Gebhardt, die Richter Dr. Karczewski, Lehmann und die Richterin Dr. Brockmöller auf die mündliche Verhandlung vom 26. Oktober 2011

für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg, 2. Zivilsenat, vom 15. Juni 2010 wird auf seine Kosten zurückgewiesen.

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