BGH, 26.10.2010 - XI ZR 367/07 - Erkennbarer Bezug zu dem früheren Vertrag als Voraussetzung für eine in der späteren Prolongationsvereinbarung zu einem Kreditvertrag enthaltene Widerrufsbelehrung als Nachbelehrung zu dem ursprünglichen Vertrag; Heilung eines Belehrungsmangels durch die später hinzugefügte Widerrufsbelehrung

Bundesgerichtshof
Urt. v. 26.10.2010, Az.: XI ZR 367/07
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 26.10.2010
Referenz: JurionRS 2010, 29095
Aktenzeichen: XI ZR 367/07
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Koblenz - 15.12.2005 - AZ: 3 O 773/04

OLG Koblenz - 22.06.2007 - AZ: 8 U 121/06

Rechtsgrundlagen:

§ 1 Abs. 1 Nr. 1 HWiG

§ 2 Abs. 1 S. 3, 4 HWiG

§ 5 Abs. 2 HWiG

§ 355 Abs. 2 S. 1 BGB

§ 7 Abs. 3 VerbrKrG

Fundstellen:

BB 2011, 1-2

EBE/BGH 2011, 4-7

EWiR 2011, 369

MDR 2011, 116-117

NJ 2011, 249-251

NJW 2011, 8

NJW-RR 2011, 403-406

VuR 2011, 224-225

WM 2011, 23-27

WuB 2011, 209-210

ZAP 2011, 77-78

ZAP EN-Nr. 41/2011

ZBB 2011, 83

ZIP 2011, 16-20

Amtlicher Leitsatz:

BGB§ 355 Abs. 2 Satz 1 HWiG § 1 Abs. 1 Nr. 1, § 2 Abs. 1 Sätze 3 und 4 (in der bis zum 30. September 2000 geltenden Fassung)

Die in der späteren Prolongationsvereinbarung zu einem Kreditvertrag enthaltene Widerrufsbelehrung kommt als Nachbelehrung zu dem ursprünglichen Vertrag von vornherein nur dann in Betracht, wenn sie einen für den Darlehensnehmer erkennbaren Bezug zu dem früheren Vertrag aufweist, dessen Belehrungsmangel geheilt werden soll.

Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
auf die mündliche Verhandlung vom 26. Oktober 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Wiechers und
die Richter Dr. Ellenberger, Maihold, Dr. Matthias und Pamp
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des 8. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Koblenz vom 22. Juni 2007 wird zurückgewiesen.

Die Beklagte trägt die Kosten des Revisionsverfahrens.

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