BGH, 26.10.2009 - II ZR 222/08 - Schadensersatzpflicht bzgl. einer Verfügung eines Alleingesellschafter-Geschäftsführers einer GmbH über das Vermögen der Gesellschaft; Möglichkeit eines Verzichts durch Vertrag zu Gunsten Dritter

Bundesgerichtshof
Urt. v. 26.10.2009, Az.: II ZR 222/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 26.10.2009
Referenz: JurionRS 2009, 25932
Aktenzeichen: II ZR 222/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Berlin - 30.05.2007 - AZ: 8 O 93/07

KG Berlin - 04.08.2008 - AZ: 26 U 125/07

Fundstellen:

BB 2009, 2657

BB 2010, 19

DB 2009, 2650-2651

DStR 2010, 63-64

EWiR 2010, 151

GeS 2009, 333-334

GmbHR 2010, 85-86

GmbHR 2010, 133

GmbH-StB 2010, 8

GWR 2009, 462

KÖSDI 2010, 16827-16828

KSI 2010, 86

MDR 2010, 94-95

NJW 2010, 64-65

NJW-Spezial 2010, 81

NWB 2009, 3892

NWB direkt 2009, 1340

NZG 2009, 1385-1386

NZI 2010, 49

StuB 2010, 163

StuB 2010, 79

StX 2010, 79

WM 2009, 2321-2322

WPg 2010, 258

ZAP EN-Nr. 157/2010

ZAP EN-Nr. 0/2010

ZBB 2010, 57

ZInsO 2009, 2304-2305

ZIP 2009, 2335-2337

ZNotP 2010, 70-72

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Eine Verfügung eines Alleingesellschafter-Geschäftsführers einer GmbH über das Vermögen der Gesellschaft kann nur dann eine Schadensersatzpflicht nach § 43 Abs. 2 GmbHG auslösen, wenn der Geschäftsführer damit gegen ein Verbot verstößt, das - wie § 30 oder § 64 GmbHG - durch eine Weisung der Gesellschafterversammlung nicht außer Kraft gesetzt werden kann.

  2. b)

    Ein Verzicht durch Vertrag zu Gunsten Dritter ist nicht möglich.

Der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat
auf die mündliche Verhandlung vom 26. Oktober 2009
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Goette und
die Richter Dr. Strohn, Caliebe, Dr. Reichart und Dr. Löffler
für Recht erkannt:

Tenor:

Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des 26. Zivilsenats des Kammergerichts vom 4. August 2008 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als zum Nachteil des Beklagten entschieden worden ist.

Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil der 8. Zivilkammer des Landgerichts Berlin vom 30. Mai 2007 wird insgesamt zurückgewiesen.

Die Kosten des Berufungs- und Revisionsverfahrens trägt die Klägerin.

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