BGH, 26.05.2011 - 1 StR 20/11 - Vorstellung des Täters nach der letzten Ausführungshandlung (Rücktrittshorizont) ist für die Frage des Vorliegens eines unbeendeten oder beendeten Versuchs von entscheidender Bedeutung; Bedeutung der Vorstellung des Täters nach der letzten Ausführungshandlung (Rücktrittshorizont) für die Frage des Vorliegens eines unbeendeten oder beendeten Versuchs

Bundesgerichtshof
Urt. v. 26.05.2011, Az.: 1 StR 20/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 26.05.2011
Referenz: JurionRS 2011, 19393
Aktenzeichen: 1 StR 20/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG München II - 24.08.2010

Fundstellen:

JuS 2012, 82-83

Life&Law 2011, 886-891

NStZ 2011, 688-689

RÜ 2011, 573-575

Verfahrensgegenstand:

gefährliche Körperverletzung

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    Freiwillig ist ein Rücktritt, wenn weder eine äußere Zwangslage noch seelischer Druck den Täter an der Vollendung der Tat hindert; eine vorherige Entdeckung der Tat kann gegen Freiwilligkeit sprechen.

  2. 2.

    Urteilsfremder Vortrag kann die Sachrüge nicht begründen.

  3. 3.

    Über das Ergebnis eines Augenscheins - hierunter fällt auch das Abhören eines Tonbands - hat allein der Tatrichter zu befinden.

Der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat
in der Sitzung vom 26. Mai 2011,
an der teilgenommen haben:
Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof Nack und
die Richter am Bundesgerichtshof Dr. Wahl, Rothfuß, Hebenstreit, Prof. Dr. Sander,
Staatsanwalt als Vertreter der Bundesanwaltschaft,
Rechtsanwälte als Verteidiger,
Justizangestellte als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle,
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landgerichts München II vom 24. August 2010 wird als unbegründet verworfen.

Die Kosten des Rechtsmittels und die dem Angeklagten hierdurch entstandenen notwendigen Auslagen trägt die Staatskasse.

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