BGH, 25.11.2010 - VII ZB 111/09 - Pfändung von Teilbeträgen aus den Regelsätzen nach § 28 Sozialgesetzbuch XII (SGB XII) im Rahmen der Zwangsvollstreckung wegen einer Forderung aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung; Bestimmung des Begriffs "notwendiger Unterhalt" in §§ 850d, 850f Zivilprozessordnung (ZPO) sowie des 3. und 11. Kapitels SGB XII

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 25.11.2010, Az.: VII ZB 111/09
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 25.11.2010
Referenz: JurionRS 2010, 29259
Aktenzeichen: VII ZB 111/09
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Castrop-Rauxel - 03.06.2009 - AZ: 2 M 554/09

LG Dortmund - 16.10.2009 - AZ: 9 T 546/09

Fundstellen:

DGVZ 2012, 10-11

EBE/BGH 2011, 10-11

FamRZ 2011, 208-209

info also 2011, 144

JurBüro 2011, 213-214

MDR 2011, 127-128

NJW 2011, 8

NJW-RR 2011, 706-708

NWB 2011, 105

NWB 2011, 39

Rpfleger 2011, 164-165

VE 2011, 43-45

WM 2011, 76-78

WuB 2011, 227-228

ZfSH/SGB 2011, 90-92

ZInsO 2012, 601-603

Amtlicher Leitsatz:

ZPO § 850d Abs. 1 Satz 2, § 850f Abs. 2

Wird die Zwangsvollstreckung wegen einer Forderung aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung betrieben, sind dem Schuldner für seinen notwendigen Unterhalt jedenfalls die Regelsätze nach § 28 SGB XII zu belassen. Eine Pfändung kleiner Teilbeträge hieraus kommt nicht in Betracht.

Der VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
am 25. November 2010
durch
den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kniffka und
die Richter Dr. Kuffer, Dr. Eick, Halfmeier und Leupertz
beschlossen:

Tenor:

Die Rechtsbeschwerde der Gläubigerin gegen den Beschluss der 9. Zivilkammer des Landgerichts Dortmund vom 16. Oktober 2009 wird auf ihre Kosten zurückgewiesen.

Gegenstandswert: bis 600 €

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