BGH, 25.11.2009 - VIII ZR 318/08 - Widerrufsrecht eines Verbrauchers nach § 312d BGB bei Nichtigkeit eines Fernabsatzvertrages; Widerrufsrecht eines Verbrauchers nach Kauf eines Radarwarngerätes auf Grundlage eines wegen beiderseitiger Sittenwidrigkeit nichtigen Fernabsatzvertrages

Bundesgerichtshof
Urt. v. 25.11.2009, Az.: VIII ZR 318/08
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Urteil
Datum: 25.11.2009
Referenz: JurionRS 2009, 29278
Aktenzeichen: VIII ZR 318/08
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

AG Leer - 28.04.2008 - AZ. 71 C 130/08 (I)

LG Aurich - 21.11.2008 - AZ: 1 S 140/08 (138)

Fundstellen:

BGHZ 183, 235 - 242

BB 2010, 130

BB 2010, 271-273

CR 2010, 188-190

DAR 2010, 136-137

DB 2010, 615

EBE/BGH 2010, 31-32

EWiR 2010, 413

ITRB 2010, 49

JR 2010, 297-299

JuS 2010, 442-443

JZ 2010, 313-315

K&R 2010, 113-115 (Volltext mit amtl. LS) "Radarwarngerät"

Life&Law 2010, 69

MDR 2010, 309-310

MMR 2010, 174-175

NJW 2010, 610-612 "Radarwarngerät"

NZV 2010, 140-142

RdW 2010, 146

RÜ 2010, 69-72

VersR 2010, 1226-1228

VRS 2010, 143-146

VuR 2010, 67

WM 2010, 190-192

WuB 2010, 289-290

ZBB 2010, 58-59

zfs 2010, 263-265

ZGS 2010, 78-80

ZGS 2010, 3-4 (Pressemitteilung)

ZIP 2010, 136-138

Amtlicher Leitsatz:

  1. a)

    Dem Verbraucher steht, sofern nicht Treu und Glauben (§ 242 BGB) etwas anderes gebieten, ein Widerrufsrecht nach § 312d BGB auch dann zu, wenn der Fernabsatzvertrag nichtig ist.

  2. b)

    Das Widerrufsrecht besteht auch bei einem wegen beiderseitiger Sittenwidrigkeit nichtigen Fernabsatzvertrag, der den Kauf eines Radarwarngeräts zum Gegenstand hat (Fortführung des Senatsurteils vom 23. Februar 2005 - VIII ZR 129/04, NJW 2005, 1490).

Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat
auf die mündliche Verhandlung vom 25. November 2009
durch
den Vorsitzenden Richter Ball,
den Richter Dr. Frellesen,
die Richterin Dr. Hessel sowie
die Richter Dr. Achilles und Dr. Schneider
für Recht erkannt:

Tenor:

Die Revision der Beklagten gegen das Urteil der 1. Zivilkammer des Landgerichts Aurich vom 21. November 2008 wird zurückgewiesen.

Die Beklagte hat die Kosten des Revisionsverfahrens zu tragen.

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