BGH, 25.10.2011 - 3 StR 353/11 - Verhängung der Jugendstrafe wegen der Schwere der Schuld unter Beachtung des äußeren Unrechtsgehalts der Tat und ihrer Einstufung im Strafgesetzbuch als Verbrechen

Bundesgerichtshof
Beschl. v. 25.10.2011, Az.: 3 StR 353/11
Gericht: BGH
Entscheidungsform: Beschluss
Datum: 25.10.2011
Referenz: JurionRS 2011, 30342
Aktenzeichen: 3 StR 353/11
 

Verfahrensgang:

vorgehend:

LG Hildesheim - 06.05.2011

Fundstellen:

NStZ 2012, 164

NStZ-RR 2012, 92

StV 2013, 34-35

Verfahrensgegenstand:

Beihilfe zur schweren räuberischen Erpressung

Redaktioneller Leitsatz:

  1. 1.

    Bei der Beurteilung der Schuldschwere im Sinne von § 17 Abs. 2 2. Alt. JGG kommt dem äußeren Unrechtsgehalt der Tat und ihrer Einstufung im Strafgesetzbuch als Verbrechen keine selbständige Bedeutung zu.

  2. 2.

    Entscheidend ist vielmehr, inwieweit sich die charakterliche Haltung und die Persönlichkeit sowie die Tatmotivation des Jugendlichen oder Heranwachsenden in vorwerfbarer Schuld niedergeschlagen haben.

  3. 3.

    Bei einer Teilnahme ist vorrangig auf die Schuld des Teilnehmers abzustellen.

Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Beschwerdeführers und des Generalbundesanwalts - zu 2. auf dessen Antrag - am 25. Oktober 2011 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen:

Tenor:

  1. 1.

    Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Hildesheim vom 6. Mai 2011, soweit es ihn betrifft, im Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

    Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

  2. 2.

    Die weitergehende Revision wird verworfen.

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